Warum ist Wassersparen sinnvoll?
Wasser gehört zu den wichtigsten natürlichen Ressourcen. Wir benötigen es zum Trinken, Kochen, Waschen, Reinigen und für die Bewässerung von Pflanzen. Darüber hinaus spielt Wasser bei der Produktion von Lebensmitteln, Kleidung, Energie und zahlreichen anderen Gütern eine entscheidende Rolle.
Deutschland verfügt insgesamt über vergleichsweise gute Trinkwasserressourcen. Dennoch können regionale und zeitlich begrenzte Belastungen auftreten. Besonders während längerer Trockenperioden kann der Wasserbedarf steigen, während die Neubildung von Grundwasser und die Wasserverfügbarkeit regional unter Druck geraten.
Hinzu kommt der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung.
Wenn weniger warmes Wasser benötigt wird, müssen auch geringere Wassermengen erhitzt werden. Das spart Energie, senkt unter geeigneten Bedingungen die Haushaltskosten und verringert die damit verbundenen Treibhausgasemissionen.
Deshalb ist insbesondere das Einsparen von Warmwasser eine der wirksamsten Maßnahmen im Alltag.
Wie viel Wasser verbraucht ein Mensch in Deutschland?
Nach Angaben des Umweltbundesamtes lag die tägliche Trinkwassernutzung in Deutschland im Jahr 2022 bei durchschnittlich rund 126 Litern pro Person. Darin ist auch die Nutzung durch bestimmte Kleingewerbebetriebe berücksichtigt.
Der Verbrauch umfasst insbesondere das Duschen, Baden, die Toilettenspülung, das Waschen von Kleidung, die Reinigung und die Zubereitung von Lebensmitteln.
Zum Vergleich: Anfang der 1990er-Jahre lag die durchschnittliche Trinkwassernutzung noch deutlich höher.
Die langfristige Entwicklung zeigt, dass wassersparende Geräte, modernisierte Armaturen und veränderte Nutzungsgewohnheiten bereits Wirkung entfaltet haben.
Wofür wird im Haushalt besonders viel Wasser benötigt?
Große Anteile des Trinkwassers entfallen auf die Körperpflege, die Toilettenspülung und das Waschen von Kleidung.
Nur ein vergleichsweise kleiner Teil wird direkt getrunken oder zum Kochen verwendet.
| Bereich | Warum dort viel Wasser verbraucht wird | Wichtige Sparmaßnahme |
|---|---|---|
| Duschen und Baden | Hoher Durchfluss und häufig warmes Wasser | Sparduschkopf, kürzere Duschdauer |
| Toilettenspülung | Mehrere Spülvorgänge pro Person und Tag | Zwei-Mengen- oder Spartaste |
| Waschmaschine | Wasserbedarf für Waschen und Spülen | Geeignete Beladung, effiziente Programme |
| Geschirrspülen | Wiederholtes Spülen und Reinigen | Effiziente Maschine, volle Beladung |
| Waschbecken | Wasser läuft während Tätigkeiten ungenutzt ab | Hahn zwischendurch schließen |
| Garten | Hoher Bedarf bei Hitze und Trockenheit | Regenwasser, Mulchen, gezieltes Gießen |
Welche Maßnahme am meisten spart, hängt vom individuellen Haushalt ab. Eine Person, die täglich lange warm duscht, hat andere Einsparmöglichkeiten als eine Familie mit großem Garten.
1. Wasser sparen beim Duschen: Hier liegt besonders großes Potenzial
Das Duschen gehört zu den wichtigsten Ansatzpunkten beim Wassersparen.
Entscheidend sind zwei Faktoren: die Wassermenge pro Minute und die Dauer der Dusche.
Ein Duschkopf, durch den zwölf Liter pro Minute fließen, verbraucht bei acht Minuten Duschdauer 96 Liter Wasser.
Bei einem sparsamen Duschkopf mit sechs Litern pro Minute wären es unter denselben Bedingungen nur 48 Liter.
Das bedeutet eine Einsparung von 48 Litern pro Dusche.
Sparduschkopf einbauen
Moderne Sparduschköpfe können den Wasserverbrauch erheblich verringern.
Viele Modelle mischen dem Wasser Luft bei oder verwenden eine besondere Düsenkonstruktion, damit sich der Wasserstrahl trotz geringerer Wassermenge angenehm anfühlt.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, auf die tatsächliche Durchflussmenge zu achten. Modelle mit weniger als neun Litern pro Minute gelten als interessante Sparoption. Besonders sparsame Duschköpfe erreichen teilweise etwa sechs Liter pro Minute.
Die Bezeichnung „Eco“ oder „wassersparend“ allein reicht dagegen nicht aus. Entscheidend ist die konkrete Literangabe.
Duschdauer reduzieren
Auch ohne neuen Duschkopf kann eine kürzere Duschzeit den Wasserverbrauch verringern.
Ein Beispiel:
- 10 Minuten bei 12 Litern pro Minute: 120 Liter.
- 6 Minuten bei 12 Litern pro Minute: 72 Liter.
- 6 Minuten bei 6 Litern pro Minute: 36 Liter.
Wer sowohl die Duschdauer als auch den Durchfluss reduziert, kann besonders viel Wasser und Energie sparen.
Wasser beim Einseifen abstellen
Während des Einseifens oder Shampoonierens muss das Wasser nicht dauerhaft laufen.
Wer die Dusche in diesen Momenten abstellt, vermeidet unnötigen Verbrauch.
Bei Thermostatarmaturen lässt sich die gewünschte Temperatur beim erneuten Einschalten häufig einfacher einstellen.
Vorsicht bei alten Durchlauferhitzern
Ein besonders sparsamer Duschkopf eignet sich nicht für jede Warmwasseranlage.
Ältere hydraulische Durchlauferhitzer benötigen mitunter eine Mindestdurchflussmenge, damit sie überhaupt warmes Wasser erzeugen.
Bei solchen Geräten sollte vor dem Austausch geprüft werden, ob der neue Duschkopf kompatibel ist.
Praxis-Tipp: Messen Sie den Durchfluss Ihrer Dusche mit einem Eimer und einer Stoppuhr. So erkennen Sie schnell, ob sich ein Austausch lohnt.
2. Dusche oder Badewanne: Was spart mehr Wasser?
Ein Vollbad benötigt häufig etwa 140 Liter Wasser oder mehr, abhängig von der Größe der Badewanne und ihrer tatsächlichen Füllhöhe.
Eine kurze Dusche verbraucht dagegen oft wesentlich weniger.
Allerdings gilt das nicht automatisch.
Wer zwanzig Minuten unter einer wasserintensiven Regendusche steht, kann mehr Wasser verbrauchen als für ein Vollbad erforderlich wäre.
| Beispiel | Wasserverbrauch |
|---|---|
| Vollbad mit 140 Litern | 140 Liter |
| 5 Minuten Duschen mit 12 l/min | 60 Liter |
| 8 Minuten Duschen mit 12 l/min | 96 Liter |
| 5 Minuten Duschen mit 6 l/min | 30 Liter |
| 20 Minuten Duschen mit 12 l/min | 240 Liter |
Die Beispiele zeigen: Nicht allein die Entscheidung zwischen Duschen und Baden ist ausschlaggebend, sondern vor allem die verwendete Wassermenge.
3. Wasser sparen am Waschbecken
Am Waschbecken entstehen viele kleine Wasserverluste, die sich über das Jahr summieren.
Beim Zähneputzen, Rasieren oder Einseifen läuft das Wasser häufig weiter, obwohl es gerade nicht benötigt wird.
Wasserhahn beim Zähneputzen schließen
Wer den Wasserhahn nur zum Anfeuchten der Zahnbürste und zum Ausspülen öffnet, benötigt deutlich weniger Wasser, als wenn er während des gesamten Zähneputzens läuft.
Bei mehreren Personen im Haushalt kann sich daraus eine erhebliche Einsparung ergeben.
Durchflussbegrenzer und Strahlregler einsetzen
Ein Strahlregler am Wasserhahn kann die Wassermenge reduzieren und den Wasserstrahl gleichzeitig angenehm halten.
Bei geeigneten Armaturen ist die Nachrüstung einfach und vergleichsweise kostengünstig.
Wichtig ist, die technische Eignung der Armatur zu beachten.
Kaltwasser nutzen, wenn Warmwasser nicht nötig ist
Beim kurzen Händewaschen kann kaltes Wasser mit Seife unter normalen Alltagsbedingungen ausreichend sein.
Wer nicht jedes Mal warmes Wasser anfordert, verringert außerdem den Energiebedarf für die Warmwasserbereitung.
Bei medizinisch oder hygienisch besonderen Anforderungen sollten die jeweils geltenden Empfehlungen beachtet werden.
4. Wasser sparen bei der Toilettenspülung
Bei jeder Toilettenspülung wird Trinkwasser verwendet, obwohl für diesen Zweck keine Trinkwasserqualität erforderlich wäre.
Deshalb lohnt sich der Blick auf die Spültechnik.
Zwei-Mengen-Spülung nutzen
Viele moderne Toiletten verfügen über zwei Spültasten.
Eine kleinere Wassermenge reicht für bestimmte Spülvorgänge aus, während bei Bedarf die größere Menge verwendet wird.
Die tatsächlichen Wassermengen hängen vom Spülkasten und dessen Einstellung ab.
Undichte Spülkästen reparieren
Eine undichte Toilettenspülung kann unbemerkt über längere Zeit Wasser verlieren.
Typische Hinweise sind ein ständig hörbares Nachlaufen oder eine dauerhaft erkennbare Wasserbewegung im Toilettenbecken.
Auch wenn der einzelne Verlust gering erscheint, können sich über Wochen und Monate erhebliche Mengen ansammeln.
Alte Spülkästen prüfen
Bei älteren Toiletten kann sich eine fachgerechte Nachrüstung lohnen.
Allerdings darf die Spülmenge nicht beliebig reduziert werden. Die Abwasserleitungen müssen weiterhin ausreichend durchspült werden, und die Toilette muss zuverlässig funktionieren.
Die beste Lösung ist eine technisch passende Sparspülung, nicht eine möglichst extreme Reduzierung der Wassermenge.
5. Waschmaschine: Wasser sparen ohne schlechtere Waschergebnisse
Moderne Waschmaschinen benötigen meist deutlich weniger Wasser als viele ältere Geräte.
Dennoch lässt sich der Verbrauch durch die richtige Nutzung weiter verringern.
Waschmaschine sinnvoll beladen
Eine gut ausgelastete Trommel verbessert die Effizienz pro Kilogramm Wäsche.
Die zulässige Beladung hängt vom gewählten Programm ab. Besonders bei empfindlicher Wäsche gelten häufig niedrigere Mengen.
Deshalb sollten immer die Hinweise des Herstellers berücksichtigt werden.
Eco-Programme verwenden
Eco-Programme benötigen oft mehr Zeit, können aber Wasser und Energie einsparen.
Die längere Programmdauer ermöglicht eine effizientere Reinigung bei geringerer Temperatur.
Welches Programm geeignet ist, hängt von Verschmutzung, Textilien und Hygieneanforderungen ab.
Waschmittel richtig dosieren
Zu viel Waschmittel verbessert das Ergebnis nicht automatisch.
Stattdessen können Rückstände entstehen, die zusätzliche Spülvorgänge oder Probleme mit der Maschine begünstigen.
Die Dosierung sollte zur Wasserhärte, Verschmutzung und Wäschemenge passen.
Nicht jedes Kleidungsstück nach einmaligem Tragen waschen
Viele Textilien müssen nicht nach jeder kurzen Nutzung gewaschen werden.
Ausnahmen gelten natürlich bei starker Verschmutzung, Unterwäsche oder besonderen hygienischen Anforderungen.
Weniger unnötige Waschgänge sparen Wasser, Energie und Waschmittel.
6. Geschirrspüler oder Handwäsche: Was ist sparsamer?
Ein moderner, effizient betriebener Geschirrspüler kann beim Reinigen einer größeren Geschirrmenge weniger Wasser verbrauchen als das Spülen unter fließendem Wasser.
Die genaue Bilanz hängt jedoch von Gerät, Programm, Beladung und Verhalten beim Handspülen ab.
Geschirrspüler möglichst gut beladen
Nutzen Sie die vorhandenen Stellflächen sinnvoll, ohne das Geschirr so dicht anzuordnen, dass die Wasserstrahlen nicht mehr alle Oberflächen erreichen.
Die Sprüharme müssen sich frei bewegen können.
Geschirr nicht unnötig vorspülen
Bei normal verschmutztem Geschirr genügt es meist, größere Speisereste zu entfernen.
Ein gründliches Vorspülen unter laufendem Wasser erhöht den Gesamtverbrauch unnötig.
Das passende Programm auswählen
Für normal verschmutztes Geschirr ist häufig das Eco-Programm sinnvoll.
Bei besonderen hygienischen Anforderungen oder starken Verschmutzungen kann jedoch ein anderes Programm erforderlich sein.
Wenn von Hand gespült wird
Wer von Hand spült, sollte nicht dauerhaft den Wasserhahn laufen lassen.
Eine gefüllte Spülschüssel oder ein Spülbecken erleichtert es, die Wassermenge zu begrenzen.
7. Tropfende Wasserhähne und versteckte Lecks finden
Ein tropfender Wasserhahn wird im Alltag schnell übersehen.
Auch kleine, dauerhafte Verluste können sich über ein ganzes Jahr summieren.
Wie viel Wasser verliert ein tropfender Hahn?
Die Wassermenge hängt davon ab, wie groß die Tropfen sind und wie häufig sie fallen.
Ein Beispiel mit angenommener Tropfengröße von 0,05 Millilitern und einem Tropfen pro Sekunde ergibt:
0,05 Milliliter × 60 × 60 × 24 × 365 = rund 1.577 Liter pro Jahr.
Das sind etwa 1,6 Kubikmeter Trinkwasser.
Bei stärkerem Tropfen oder einem dauerhaft rinnenden Wasserstrahl kann der Verlust wesentlich höher ausfallen.
Wasserzähler kontrollieren
Bei einem unerklärlich hohen Verbrauch kann der Wasserzähler helfen.
- Notieren Sie den Zählerstand.
- Stellen Sie sicher, dass vorübergehend kein Wasser verwendet wird.
- Kontrollieren Sie nach einer geeigneten Zeit, ob sich der Zähler verändert hat.
- Bei Auffälligkeiten sollte die Installation fachgerecht überprüft werden.
Der Test ersetzt keine professionelle Lecksuche, kann aber einen ersten Hinweis auf unbemerkte Wasserverluste liefern.
8. Warmwasser sparen: Warum das besonders viel Geld bringen kann
Ein Liter kaltes Trinkwasser kostet weniger als derselbe Liter, wenn er zusätzlich erwärmt werden muss.
Beim Warmwasser kommen zum Wasser- und Abwasserpreis die Kosten der Energie hinzu.
Deshalb haben Maßnahmen beim Duschen oft einen größeren finanziellen Effekt als das Einsparen vergleichbarer Mengen kalten Wassers.
Warmwassertemperatur nicht unbedacht herunterstellen
Es klingt zunächst logisch, die zentrale Warmwassertemperatur möglichst niedrig einzustellen.
In zentralen Warmwasseranlagen kann dies jedoch hygienische Probleme verursachen.
Insbesondere Legionellen können sich unter ungünstigen Bedingungen in warmen Wassersystemen vermehren.
Das Umweltbundesamt empfiehlt für entsprechende zentrale Anlagen hygienisch geeignete Temperaturen. Am Ausgang des Trinkwassererwärmers werden mindestens 60 Grad Celsius und im Warmwassersystem ausreichende Temperaturen gefordert.
Wassersparen darf daher nicht zulasten der Trinkwasserhygiene gehen.
Technische Einstellungen sollten bei Unsicherheit von Fachleuten geprüft werden.
Zirkulationspumpen prüfen lassen
Bei zentralen Warmwasseranlagen können Zirkulationsleitungen dafür sorgen, dass an Zapfstellen schneller warmes Wasser zur Verfügung steht.
Die Zirkulation benötigt jedoch Energie.
Ob sich durch eine optimierte Steuerung Energie einsparen lässt, hängt von der Anlage und den hygienischen Anforderungen ab.
Eine ungeeignete Abschaltung kann Stagnations- und Temperaturprobleme verursachen.
Deshalb sollten Änderungen fachgerecht geplant werden.
9. Wasser sparen im Garten: Richtig gießen statt verschwenden
Besonders während längerer Trockenphasen kann die Gartenbewässerung einen großen Teil des Wasserverbrauchs ausmachen.
Wer hier effizient vorgeht, kann den Bedarf häufig erheblich senken.
In den frühen Morgenstunden gießen
Die frühen Morgenstunden sind meist besonders gut geeignet.
Die Temperaturen sind vergleichsweise niedrig und die Verdunstung fällt geringer aus als in der Mittagshitze.
Auch der Abend kann geeignet sein. Dabei sollte aber berücksichtigt werden, dass länger feuchte Blätter bei empfindlichen Kulturen Pilzkrankheiten begünstigen können.
Direkt im Wurzelbereich bewässern
Wasser sollte möglichst dort ankommen, wo es tatsächlich benötigt wird: bei den Wurzeln.
Eine gezielte Bewässerung des Bodens reduziert unnötige Verluste durch Spritzwasser und Verdunstung.
Für bestimmte Beete können Tropfbewässerungssysteme eine sinnvolle Lösung sein.
Bedarfsgerecht statt täglich oberflächlich gießen
Bei vielen eingewachsenen Gartenpflanzen ist es günstiger, den Boden bei Bedarf gründlich zu durchfeuchten, statt täglich nur geringe Mengen auf die Oberfläche zu geben.
Entscheidend sind jedoch die Pflanzenart, die Durchwurzelung und die Bodenbeschaffenheit.
Junge Setzlinge, Kübelpflanzen und frisch gesetzte Gehölze benötigen möglicherweise häufigere Wassergaben.
Mulch verwenden
Eine geeignete Mulchschicht kann die Verdunstung begrenzen und Temperaturschwankungen im Boden reduzieren.
Je nach Pflanzung kommen organische Materialien wie Laubkompost oder anderes geeignetes Häckselmaterial infrage.
Die Mulchart sollte zu Boden und Pflanzen passen.
Rasenflächen nicht unnötig bewässern
Viele Rasenflächen werden bei Trockenheit vorübergehend braun, ohne dauerhaft abzusterben.
Ob und wie stark bewässert werden sollte, hängt vom Zustand des Rasens und seiner späteren Nutzung ab.
Ein naturnäherer Garten mit standortgerechten Stauden, Gehölzen und kleineren Rasenflächen kann häufig weniger Bewässerung benötigen als eine große, dauerhaft sattgrüne Rasenfläche.
10. Regenwasser sammeln und nutzen
Regenwasser ist für zahlreiche Anwendungen im Garten gut geeignet.
Es kann dazu beitragen, den Bedarf an aufbereitetem Trinkwasser für die Pflanzenbewässerung zu verringern.
Regentonne installieren
Eine Regentonne am Fallrohr kann Niederschlagswasser vom Dach aufnehmen.
Wichtig sind ein geeigneter Anschluss, ein kontrollierter Überlauf und eine sichere Abdeckung.
Insbesondere offene Wasserbehälter sollten so gesichert werden, dass Kinder und Tiere nicht hineinfallen können.
Regenwasserzisterne nutzen
Bei größerem Gartenwasserbedarf kann eine Zisterne sinnvoll sein.
Die Wirtschaftlichkeit hängt von Dachfläche, Niederschlagsmenge, Speichergröße und tatsächlichem Bedarf ab.
Ein überdimensionierter Speicher ist nicht automatisch die beste Lösung.
Regenwasser im Haushalt verwenden?
In speziellen Anlagen kann Regenwasser beispielsweise für bestimmte Nichttrinkwasseranwendungen genutzt werden.
Dafür gelten technische und hygienische Anforderungen.
Trinkwasser- und Nichttrinkwassersysteme müssen sicher voneinander getrennt sein.
Eine fachgerechte Planung und Installation sind unverzichtbar.
11. Die richtigen Pflanzen verringern den Wasserbedarf
Ein wichtiger Teil des Wassersparens beginnt bereits bei der Gartengestaltung.
Wer Pflanzen auswählt, die an den Standort angepasst sind, benötigt häufig weniger zusätzliche Bewässerung.
Trockenheitsverträgliche Stauden
Für geeignete sonnige und gut durchlässige Standorte kommen beispielsweise verschiedene Fetthennen, Schafgarben oder standortgerechte Wildstauden infrage.
Welche Arten tatsächlich geeignet sind, hängt von Boden, Klima und Lichtverhältnissen ab.
Gehölze sorgfältig auswählen
Große Gehölze können durch Schattenwurf die Verdunstung in ihrer Umgebung verringern.
Gleichzeitig benötigen Bäume während der Anwachsphase selbst ausreichend Wasser.
Die Auswahl sollte deshalb langfristig zum Standort passen.
Frisch gepflanzte Gewächse nicht zu früh trocken halten
Auch Pflanzen, die später mit wenig Wasser zurechtkommen, benötigen nach dem Einsetzen regelmäßig Feuchtigkeit.
Erst mit zunehmender Durchwurzelung verbessert sich ihre Fähigkeit, Trockenperioden zu überstehen.
12. Wasser sparen beim Autowaschen und Reinigen
Auch bei der Fahrzeugpflege und beim Reinigen von Außenflächen lässt sich Wasser sparen.
Beim Autowaschen ist besonders wichtig, das Grundwasser nicht durch Öle, Reinigungsmittel oder andere Stoffe zu belasten.
Geeignete Waschanlagen verfügen über Systeme zur Behandlung und teilweise zur Wiederverwendung des Waschwassers.
Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb die Nutzung einer geeigneten Waschanlage statt der Autowäsche auf ungesicherten Privatflächen.
Terrassen und Gehwege müssen ebenfalls nicht grundsätzlich mit großen Wassermengen abgespritzt werden.
Für viele leichte Verschmutzungen genügen Besen und mechanische Reinigungsmethoden.
13. Wasser sparen beim Kochen und in der Küche
Auch wenn der Küchenbereich im Vergleich zum Badezimmer meist einen kleineren Teil des Gesamtverbrauchs ausmacht, bieten sich sinnvolle Sparmöglichkeiten.
Gemüse in einer Schüssel waschen
Statt Obst und Gemüse lange unter laufendem Wasser zu reinigen, kann eine Schüssel helfen, die Wassermenge zu begrenzen.
Die hygienisch erforderliche Reinigung muss dabei gewährleistet bleiben.
Nur notwendige Wassermengen erhitzen
Wer im Wasserkocher nur die tatsächlich benötigte Menge erwärmt, spart vor allem Energie.
Auch beim Kochen sollte die Wassermenge zur Speise und zur Zubereitungsart passen.
Sauberes Restwasser sinnvoll verwenden
Ungesalzenes, unbelastetes und abgekühltes Wasser kann in geeigneten Fällen beispielsweise zum Gießen verwendet werden.
Wasser mit Reinigungsmitteln, hohen Salzkonzentrationen oder anderen problematischen Inhaltsstoffen gehört dagegen nicht auf Pflanzen.
14. Der Wasser-Fußabdruck: Warum Wassersparen nicht beim Wasserhahn endet
Zum Wasserverbrauch eines Menschen gehört nicht nur das Trinkwasser aus dem Wasserhahn.
Auch bei der Produktion von Lebensmitteln, Kleidung, technischen Geräten und vielen anderen Produkten wird Wasser benötigt.
Diesen indirekten Wasserbedarf bezeichnet man häufig als virtuellen Wasserverbrauch oder als Bestandteil des Wasser-Fußabdrucks.
Besonders die Landwirtschaft ist weltweit ein bedeutender Wassernutzer.
Warum die Herkunft von Produkten wichtig ist
Ein hoher Wasser-Fußabdruck ist nicht in jeder Region gleichermaßen problematisch.
Entscheidend ist unter anderem, ob Wasser aus regenreichen Gebieten oder aus Regionen mit starker Wasserknappheit stammt.
Außerdem wird zwischen Niederschlagswasser, entnommenem Oberflächen- beziehungsweise Grundwasser und wasserbezogener Verschmutzung unterschieden.
Wer Produkte bewerten möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf eine einzelne Literzahl schauen.
Lebensmittelverschwendung vermeiden
Wenn Lebensmittel weggeworfen werden, waren die für ihre Herstellung benötigten Ressourcen weitgehend umsonst eingesetzt.
Eine gute Einkaufsplanung, die richtige Lagerung und die sinnvolle Verwendung von Resten können deshalb indirekt auch Wasserressourcen schonen.
Kleidung länger nutzen
Die Produktion vieler Textilien benötigt Wasser.
Wer Kleidung länger trägt, pflegt und repariert, kann den Bedarf an neuen Produkten reduzieren.
So ergänzt ein bewusster Konsum die direkten Wassersparmaßnahmen im Haushalt.
15. Wie viel Geld kann man durch Wassersparen sparen?
Die finanziellen Einsparungen hängen vom örtlichen Trinkwasserpreis, den Abwassergebühren und den Energiekosten für Warmwasser ab.
Eine pauschale Zahl ist deshalb wenig aussagekräftig.
Mit einer einfachen Beispielrechnung lässt sich das individuelle Potenzial aber gut verdeutlichen.
Beispiel: Sparduschkopf bei einer Person
Angenommen, ein alter Duschkopf benötigt zwölf Liter pro Minute und wird durch ein Modell mit sechs Litern pro Minute ersetzt.
Bei einer Duschdauer von acht Minuten ergibt sich:
- Alter Verbrauch: 96 Liter pro Dusche.
- Neuer Verbrauch: 48 Liter pro Dusche.
- Ersparnis: 48 Liter pro Dusche.
Bei 260 Duschen im Jahr sind das:
48 Liter × 260 = 12.480 Liter beziehungsweise 12,48 Kubikmeter Wasser.
Bei beispielhaft insgesamt fünf Euro pro Kubikmeter für Trink- und Abwasser entspricht dies rund 62 Euro jährlich.
Die zusätzlich eingesparte Energie für die Warmwasserbereitung ist in dieser Rechnung noch nicht enthalten.
Die tatsächliche Einsparung hängt von Duschhäufigkeit, Temperatur und Warmwassertechnik ab.
Beispiel: Weniger Wasser beim täglichen Händewaschen
Angenommen, ein Wasserhahn liefert acht Liter pro Minute.
Wer den Hahn bei jeder Nutzung insgesamt 30 Sekunden weniger laufen lässt, spart vier Liter.
Bei fünf entsprechenden Nutzungen täglich ergeben sich:
4 Liter × 5 × 365 = 7.300 Liter pro Jahr.
Das sind 7,3 Kubikmeter Wasser.
Die Rechnung zeigt, wie sich viele kleine Gewohnheitsänderungen summieren können.
16. Wassersparen und Hygiene: Wo man nicht am falschen Ende sparen sollte
Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser bedeutet nicht, sämtliche Anwendungen auf ein Minimum zu reduzieren.
Besonders wichtig ist eine sichere Trinkwasserhygiene.
Wasser nach längerer Standzeit ablaufen lassen
Trinkwasser, das längere Zeit in der Hausinstallation gestanden hat, sollte vor der Verwendung als Trinkwasser zunächst ablaufen, bis es frisch und kühl aus der Leitung kommt.
Dieses Wasser kann gegebenenfalls für geeignete andere Zwecke gesammelt werden, beispielsweise zum Pflanzengießen.
Legionellenrisiken beachten
Warmwasserinstallationen müssen so betrieben werden, dass das Wachstum von Legionellen möglichst verhindert wird.
Eine eigenmächtige starke Absenkung der Warmwassertemperatur kann gesundheitlich problematisch sein.
Bei zentralen Anlagen und unklaren technischen Voraussetzungen sollte fachlicher Rat eingeholt werden.
Sanitäre Anlagen richtig betreiben
Toiletten und Abwasserleitungen benötigen ausreichende Spülmengen.
Wer eigenmächtig technische Veränderungen vornimmt, kann die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.
Geeignete Spartechnik sollte deshalb fachgerecht eingebaut und eingestellt werden.
17. Ist Wassersparen in Deutschland überhaupt noch nötig?
Manchmal wird behauptet, Wassersparen sei in Deutschland unnötig, weil ausreichend Wasser vorhanden sei und die Kanalisation bei geringem Verbrauch schlechter funktioniere.
Diese Aussage greift zu kurz.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die öffentliche Trinkwasserversorgung in Deutschland insgesamt gut abgesichert ist.
Gleichzeitig kann die Wasserverfügbarkeit regional unter Druck geraten.
Auch Veränderungen des Klimas können den Wasserhaushalt beeinflussen und Nutzungskonflikte verstärken.
Es stimmt, dass ein geringer Wasserverbrauch in bestimmten Leitungssystemen zu Problemen führen kann.
Die Lösung besteht jedoch nicht darin, Privathaushalte zu unnötigem Wasserverbrauch aufzufordern.
Vielmehr müssen Wasserversorger und Abwasserentsorger ihre Netze fachgerecht betreiben und gegebenenfalls an veränderte Bedingungen anpassen.
Sinnvolles Wassersparen bleibt deshalb richtig – insbesondere bei der Warmwassernutzung und in wasserarmen Zeiten.
18. Häufige Fehler beim Wassersparen
Fehler 1: Nur auf die Wassermenge schauen
Beim Warmwasser ist auch der Energieverbrauch entscheidend.
Eine kleine eingesparte Warmwassermenge kann finanziell und ökologisch bedeutender sein als die gleiche Menge kalten Wassers.
Fehler 2: Einen Sparduschkopf ohne Technikprüfung einbauen
Bei älteren Durchlauferhitzern kann eine zu geringe Durchflussmenge Probleme verursachen.
Fehler 3: Warmwassertemperaturen zu stark absenken
Dadurch können hygienische Risiken entstehen.
Fehler 4: Pflanzen täglich nur oberflächlich bewässern
Das Wasser erreicht dann möglicherweise nicht den ausreichend tiefen Wurzelbereich.
Fehler 5: Tropfende Armaturen ignorieren
Kleine, dauerhafte Wasserverluste können sich erheblich summieren.
Fehler 6: Stark verschmutztes Wasser wiederverwenden
Wasser mit ungeeigneten chemischen Bestandteilen, Reinigungsmitteln oder Krankheitserregern sollte nicht unkontrolliert im Garten verwendet werden.
Fehler 7: Hygiene zugunsten extremer Sparmaßnahmen vernachlässigen
Sauberes Trinkwasser, angemessene Körperhygiene und funktionsfähige Sanitäranlagen haben Vorrang.
19. Die 30 besten Wasserspar-Tipps als Checkliste
Mit der folgenden Checkliste können Sie die wichtigsten Maßnahmen direkt im Alltag umsetzen.
Im Badezimmer
- Die Durchflussmenge des Duschkopfs messen.
- Bei geeigneter Warmwassertechnik einen Sparduschkopf nutzen.
- Die Duschdauer reduzieren.
- Beim Einseifen das Wasser abstellen.
- Häufiger kurz duschen statt ein Vollbad nehmen, soweit es zu den persönlichen Bedürfnissen passt.
- Den Wasserhahn beim Zähneputzen schließen.
- Geeignete Strahlregler verwenden.
- Undichte Wasserhähne reparieren.
- Eine vorhandene Toiletten-Spartaste nutzen.
- Undichte Spülkästen zeitnah reparieren.
Bei Wäsche und Geschirr
- Die Waschmaschine entsprechend dem Programm sinnvoll beladen.
- Geeignete Eco-Programme verwenden.
- Waschmittel passend zur Wasserhärte dosieren.
- Unnötige Waschgänge vermeiden.
- Den Geschirrspüler ausreichend beladen.
- Auf unnötiges Vorspülen unter fließendem Wasser verzichten.
- Beim Handspülen nicht dauerhaft Wasser laufen lassen.
- Beim Gerätekauf auf nachvollziehbare Verbrauchsangaben achten.
Im Garten und Außenbereich
- Regenwasser in geeigneten Behältern sammeln.
- Vorzugsweise in den frühen Morgenstunden gießen.
- Wasser direkt in den Wurzelbereich geben.
- Die Bodenfeuchtigkeit vor dem Gießen prüfen.
- Geeignete Mulchmaterialien verwenden.
- Standortgerechte und trockenheitsverträgliche Pflanzen auswählen.
- Große Rasenflächen nur bei tatsächlichem Bedarf bewässern.
- Wenn sinnvoll, eine passende Tropfbewässerung einsetzen.
- Wege und Terrassen möglichst mechanisch reinigen.
- Das Auto in geeigneten Waschanlagen reinigen lassen.
Bei der Trinkwasser- und Warmwassertechnik
- Wasserzähler regelmäßig kontrollieren, um ungewöhnliche Verluste zu erkennen.
- Warmwasseranlagen hygienisch sicher und energieeffizient betreiben lassen.
Fazit: Richtig Wassersparen schont Ressourcen, Energie und Geldbeutel
Wassersparen ist keine Frage des vollständigen Verzichts. Schon einfache Änderungen im Alltag können helfen, den Verbrauch spürbar zu senken.
Besonders wirksam sind wassersparende Duschköpfe, eine bewusstere Warmwassernutzung, gut ausgelastete Haushaltsgeräte, die Reparatur undichter Armaturen und eine gezielte Bewässerung von Gartenpflanzen.
Auch die Nutzung von Regenwasser kann sinnvoll sein, wenn die Anlage sicher und bedarfsgerecht geplant wird.
Entscheidend ist, Wasser dort einzusparen, wo es unnötig verbraucht wird.
Wer gleichzeitig auf Trinkwasserhygiene, funktionierende Haustechnik und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource achtet, kann Wasser sparen, ohne seine Lebensqualität einzuschränken.
Häufig gestellte Fragen zum Wassersparen
Wie kann man im Alltag am meisten Wasser sparen?
Besonders große Einsparmöglichkeiten bestehen häufig beim Duschen, bei der Toilettenspülung und beim Waschen. Ein geeigneter Sparduschkopf, kürzere Duschzeiten und effizient betriebene Haushaltsgeräte können den Verbrauch deutlich reduzieren.
Wie viel Wasser spart ein Sparduschkopf?
Das hängt von der bisherigen und der neuen Durchflussmenge ab. Wird der Durchfluss beispielsweise von zwölf auf sechs Liter pro Minute gesenkt, halbiert sich bei gleicher Duschdauer der Wasserverbrauch.
Ist Duschen immer sparsamer als Baden?
Nein. Eine kurze Dusche ist meist sparsamer als ein Vollbad. Sehr langes Duschen mit hohem Wasserdurchfluss kann allerdings mehr Wasser benötigen als eine Badewannenfüllung.
Wie kann man Wasser im Garten sparen?
Hilfreich sind Regenwassernutzung, bedarfsgerechtes Gießen am frühen Morgen, geeignete Mulchschichten, eine gezielte Bewässerung des Wurzelbereichs und die Auswahl standortgerechter Pflanzen.
Was verbraucht mehr Wasser: Geschirrspüler oder Handwäsche?
Ein effizient genutzter moderner Geschirrspüler kann bei einer größeren Geschirrmenge sparsamer sein als Handspülen unter laufendem Wasser. Die tatsächliche Bilanz hängt vom Gerät, der Beladung und dem Verhalten beim Spülen ab.
Kann man beim Wassersparen etwas falsch machen?
Ja. Besonders problematisch sind eine zu starke Absenkung der Warmwassertemperatur, ungeeignete Veränderungen an Toilettenspülungen oder die unsachgemäße Wiederverwendung verunreinigten Wassers. Hygiene und technische Sicherheit sollten immer gewährleistet bleiben.
Lohnt es sich überhaupt, in Deutschland Wasser zu sparen?
Ja. Besonders das Sparen von Warmwasser reduziert den Energiebedarf. Außerdem können Wasserressourcen regional und während längerer Trockenperioden belastet sein. Wassersparen sollte aber sinnvoll und nicht zulasten der Trinkwasserhygiene erfolgen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Umweltbundesamt: Wassersparen und Wassereffizienz
- Umweltbundesamt: Wassernutzung privater Haushalte
- Umweltbundesamt: Bewusster Umgang mit Warmwasser
- Umweltbundesamt: Nachhaltige Regenwassernutzung
- Verbraucherzentrale: Warmwasser im Alltag sparen
- Verbraucherzentrale: Trinkwasser sparen und sauber halten


