Die Straße von Hormus gehört zu den strategisch wichtigsten Meerengen der Erde. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und damit mit dem Arabischen Meer. Durch diese schmale Wasserstraße fahren große Teile der Öl- und Flüssiggasexporte aus den Staaten am Persischen Golf.
An ihrer engsten Stelle ist die Meerenge nur rund 33 Kilometer breit. Trotzdem passieren dort regelmäßig sehr große Öltanker, Containerschiffe und LNG-Tanker. Der Schiffsverkehr wird deshalb durch festgelegte Verkehrsspuren geordnet.
Die Straße von Hormus ist zugleich ein Naturraum mit Inseln, felsigen Küsten, Korallenhabitaten und warmen, salzhaltigen Gewässern. Ihre weltweite Bekanntheit verdankt sie jedoch vor allem ihrer außergewöhnlichen Bedeutung für den internationalen Energiehandel.
Die Straße von Hormus im Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Name | Straße von Hormus |
| Englischer Name | Strait of Hormuz |
| Lage | Zwischen Iran und Oman |
| Verbindet | Persischen Golf mit Golf von Oman und Arabischem Meer |
| Breite an der engsten Stelle | etwa 33 Kilometer |
| Anrainerstaaten | Iran und Oman |
| Wichtige Inseln | Hormus, Qeschm und Larak |
| Schifffahrtsrouten | Getrennte Fahrspuren für ein- und auslaufenden Verkehr |
| Breite einer regulären Verkehrsspur | etwa 2 Seemeilen beziehungsweise 3,7 Kilometer |
| Besondere Bedeutung | Eine der wichtigsten Transportstrecken für Erdöl und Flüssigerdgas weltweit |
Wo liegt die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus liegt am Ausgang des Persischen Golfs. Im Norden befindet sich die iranische Küste, im Süden liegt die omanische Exklave Musandam.
Wer vom Persischen Golf in Richtung Indischer Ozean fährt, muss zunächst die Meerenge passieren. Östlich davon beginnt der Golf von Oman, der sich weiter zum Arabischen Meer öffnet.
Damit bildet die Straße von Hormus das natürliche Tor zwischen den öl- und gasreichen Staaten am Persischen Golf und den großen internationalen Seewegen nach Asien, Afrika und Europa.
Warum heißt die Meerenge Straße von Hormus?
Der Name geht auf die Insel Hormus zurück, die auf iranischer Seite am Eingang zur Meerenge liegt. In historischen Quellen findet sich der Name in unterschiedlichen Schreibweisen wie Hormuz, Hormoz oder Ormus.
Die Insel selbst war über Jahrhunderte ein wichtiger Handelsplatz. Durch ihre Lage zwischen Persischem Golf und Indischem Ozean kontrollierten die dortigen Herrscher zeitweise bedeutende Teile des regionalen Seehandels.
Im Deutschen hat sich die Schreibweise Straße von Hormus durchgesetzt, während international meist die englische Form Strait of Hormuz verwendet wird.
Wie breit ist die Straße von Hormus?
An ihrer engsten Stelle misst die Meerenge ungefähr 21 Seemeilen beziehungsweise rund 33 Kilometer. Das ist erstaunlich wenig, wenn man bedenkt, wie viele große Handelsschiffe diesen Abschnitt passieren.
Die gesamte Wasserfläche steht jedoch nicht für die internationale Schifffahrt zur Verfügung. Inseln, Küstengewässer, Wassertiefen und Sicherheitsanforderungen beschränken die tatsächlich genutzten Routen.
Für den großen Schiffsverkehr existiert deshalb ein international geregeltes Verkehrssystem mit getrennten Fahrtrichtungen.
Wie breit sind die Schifffahrtswege in der Straße von Hormus?
Das klassische Verkehrstrennungssystem besteht aus zwei Fahrspuren für den gegenläufigen Schiffsverkehr. Jede Fahrspur ist ungefähr zwei Seemeilen beziehungsweise 3,7 Kilometer breit.
Zwischen ihnen liegt eine ebenfalls etwa zwei Seemeilen breite Trennzone. Dadurch werden Schiffe, die in den Persischen Golf hinein- beziehungsweise aus ihm herausfahren, voneinander getrennt.
Ein solches System ähnelt vereinfacht einer mehrspurigen Straße auf dem Meer. Es reduziert das Kollisionsrisiko in einer Region, in der gleichzeitig Tanker, Frachtschiffe und kleinere regionale Fahrzeuge unterwegs sind.
Warum gibt es ein Verkehrstrennungssystem?
Die Kombination aus engem Seeraum und dichtem Schiffsverkehr macht eine geordnete Navigation notwendig. Bereits 1968 wurde für die Straße von Hormus ein von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation anerkanntes Verkehrstrennungssystem eingerichtet.
Dabei fahren Schiffe innerhalb festgelegter Korridore jeweils überwiegend in derselben Richtung. Entgegenkommende Fahrzeuge benutzen eine separate Spur.
Ähnliche Systeme gibt es auch in anderen stark befahrenen Meerengen, beispielsweise in der Straße von Dover zwischen England und Frankreich.
Wie tief ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist grundsätzlich tief genug für sehr große Öltanker. Deshalb können auch sogenannte Very Large Crude Carriers, kurz VLCC, die Meerenge passieren.
Die Tiefe ist allerdings nicht überall gleich. Flachere Küstenbereiche und Inseln stehen neben deutlich tieferen Fahrrinnen.
Für die internationale Schifffahrt werden deshalb genau vermessene Routen genutzt. Die Kombination aus ausreichender Wassertiefe und klar geregelten Fahrwegen ermöglicht auch Schiffen mit großem Tiefgang die Passage.
Welche Länder grenzen an die Straße von Hormus?
Unmittelbar an die Meerenge grenzen Iran im Norden und Oman im Süden.
Die omanische Küste gehört dabei nicht zum zusammenhängenden Hauptgebiet des Landes. An der Straße von Hormus liegt die Halbinsel Musandam, eine omanische Exklave, die durch Territorium der Vereinigten Arabischen Emirate vom restlichen Oman getrennt ist.
Die Vereinigten Arabischen Emirate liegen etwas weiter westlich und südlich. Sie gehören zwar zu den wichtigsten Nutzern der Wasserstraße, grenzen aber nicht in gleicher Weise an den zentralen Engpass wie Iran und Oman.
Was ist Musandam?
Die Musandam-Halbinsel bildet die südliche Begrenzung der Straße von Hormus. Politisch gehört sie zum Sultanat Oman, obwohl sie vom übrigen Staatsgebiet getrennt ist.
Landschaftlich unterscheidet sich die Region deutlich von vielen anderen Küstenbereichen der Arabischen Halbinsel. Steile, trockene Gebirge reichen bis an das Meer und bilden tief eingeschnittene Buchten.
Wegen dieser fjordähnlichen Landschaft wird Musandam gelegentlich als „Norwegen Arabiens“ bezeichnet. Geologisch handelt es sich bei den Buchten allerdings nicht um echte eiszeitliche Fjorde.
Welche Inseln liegen in der Straße von Hormus?
Vor allem auf iranischer Seite liegen mehrere Inseln unmittelbar an oder nahe der Meerenge. Zu den bekanntesten gehören Qeschm, Hormus und Larak.
Qeschm
Qeschm ist die größte Insel im Persischen Golf. Sie liegt unmittelbar vor der iranischen Küste und erstreckt sich über mehr als 100 Kilometer.
Die Insel besitzt trockene Felslandschaften, Mangrovengebiete, Schluchten und Salzformationen. Teile von Qeschm gehören zu einem UNESCO Global Geopark.
Insel Hormus
Die vergleichsweise kleine Insel Hormus liegt strategisch am Eingang zum Persischen Golf. Sie ist für ihre ungewöhnlich farbigen Gesteine und Böden bekannt.
Historisch besaß die Insel große Bedeutung für den Handel zwischen Persien, Indien und der Arabischen Halbinsel.
Larak
Die Insel Larak liegt südlich von Hormus und östlich von Qeschm. Aufgrund ihrer Lage befindet sie sich besonders nah an den internationalen Schifffahrtsrouten.
Wie andere Inseln der Region ist Larak von einem heißen, trockenen Klima geprägt.
Warum ist die Straße von Hormus wirtschaftlich so wichtig?
Die weltweite Bedeutung der Meerenge hängt vor allem mit den großen Erdöl- und Erdgasvorkommen rund um den Persischen Golf zusammen.
Zu den Staaten, deren Energieexporte in großem Umfang auf diese Route angewiesen sind, gehören unter anderem:
- Saudi-Arabien,
- Iran,
- Irak,
- Kuwait,
- Katar und
- die Vereinigten Arabischen Emirate.
Ein großer Teil der dort geförderten Energieträger wird mit Tankern zu Märkten in Asien und anderen Regionen transportiert.
Wie viel Öl wird durch die Straße von Hormus transportiert?
Die Mengen schwanken von Jahr zu Jahr. In der ersten Hälfte des Jahres 2025 passierten im Durchschnitt ungefähr 20,9 Millionen Barrel Rohöl, Kondensate und Erdölprodukte pro Tag die Straße von Hormus.
Das entsprach etwa einem Fünftel des weltweiten Verbrauchs flüssiger Erdölprodukte und ungefähr einem Viertel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls.
Damit gehört Hormus zusammen mit der Straße von Malakka zu den bedeutendsten sogenannten maritimen Chokepoints des weltweiten Energiehandels.
Was bedeutet Chokepoint?
Als Chokepoint wird eine natürliche oder künstliche Engstelle bezeichnet, durch die besonders große Mengen an Schiffen oder Handelsgütern transportiert werden.
Solche Engstellen sind wirtschaftlich empfindlich: Fällt eine Route aus, kann der Verkehr oft nicht einfach auf einen gleichwertigen alternativen Weg ausweichen.
Weitere bekannte maritime Chokepoints sind:
- die Straße von Malakka,
- der Suezkanal,
- Bab al-Mandab am Roten Meer,
- der Panamakanal und
- die Türkischen Meerengen mit Bosporus und Dardanellen.
Wie wichtig ist die Straße von Hormus für Flüssigerdgas?
Neben Erdöl spielt Liquefied Natural Gas, kurz LNG, eine große Rolle. Besonders Katar exportiert enorme Mengen verflüssigten Erdgases über die Meerenge.
Im Jahr 2024 liefen ungefähr 20 Prozent des weltweiten LNG-Handels durch die Straße von Hormus. Ein großer Teil davon stammte aus Katar.
Der wichtigste Zielmarkt liegt in Asien. China, Indien, Südkorea und weitere asiatische Staaten gehören zu den bedeutenden Abnehmern der Gaslieferungen aus der Golfregion.
Warum ist Katar besonders von der Straße von Hormus abhängig?
Katar besitzt einige der größten Erdgasreserven der Welt und ist einer der führenden Exporteure von Flüssigerdgas.
Die großen LNG-Terminals des Landes liegen am Persischen Golf. Tanker, die von dort nach Asien oder Europa fahren, müssen deshalb zunächst die Straße von Hormus passieren.
Andere Golfstaaten verfügen teilweise über Pipelines, die zumindest einen Teil ihrer Ölproduktion an der Meerenge vorbeiführen können. Für die umfangreichen katarischen LNG-Exporte existieren dagegen nur sehr begrenzte Alternativen zum Seeweg durch Hormus.
Gibt es Alternativen zur Straße von Hormus?
Ein Teil der Erdöltransporte kann über Pipelines umgeleitet werden. Allerdings reicht deren Kapazität bei weitem nicht aus, um sämtliche Transporte durch die Meerenge zu ersetzen.
Saudi-Arabien besitzt beispielsweise eine Ost-West-Pipeline, die Öl vom Osten des Landes zu Häfen am Roten Meer transportieren kann.
Auch die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über eine Pipeline nach Fujairah am Golf von Oman. Dadurch kann ein Teil des emiratischen Rohöls exportiert werden, ohne die Straße von Hormus zu durchqueren.
Zusammen bieten diese großen Umgehungsrouten jedoch nur Kapazität für einen Teil der normalerweise auf dem Seeweg durch Hormus transportierten Ölmengen.
Warum ist Fujairah strategisch wichtig?
Das Emirat Fujairah liegt an der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate direkt am Golf von Oman. Damit befindet sich der Hafen bereits außerhalb der Straße von Hormus.
Eine Pipeline verbindet die Ölfelder bei Abu Dhabi mit Fujairah. Rohöl kann dadurch auf Tanker verladen werden, ohne zuvor die Meerenge passieren zu müssen.
Der Hafen hat sich außerdem zu einem wichtigen Standort für die Versorgung von Schiffen mit Treibstoff entwickelt.
Warum ist die Straße von Hormus geopolitisch so bedeutend?
Wo eine schmale Wasserstraße einen großen Teil des globalen Energiehandels bündelt, treffen wirtschaftliche und politische Interessen unmittelbar aufeinander.
Die Meerenge grenzt direkt an Iran und Oman. Gleichzeitig sind zahlreiche weitere Staaten am freien Schiffsverkehr interessiert, weil ihre Wirtschaft von Öl- und Gasimporten aus dem Persischen Golf abhängt.
Spannungen in der Region können deshalb Auswirkungen weit über den Nahen Osten hinaus haben. Bereits die Erwartung einer möglichen Behinderung des Verkehrs kann beispielsweise Versicherungs- und Transportkosten beeinflussen.
Darf ein einzelner Staat die Straße von Hormus schließen?
Die Straße von Hormus wird für die internationale Schifffahrt genutzt. Für solche Meerengen gelten besondere Regeln des internationalen Seerechts.
Grundsätzlich besteht ein Recht auf Transitpassage. Küstenstaaten können Regeln zur sicheren Navigation und zum Schutz ihrer Gewässer erlassen, dürfen den internationalen Transit jedoch nicht nach Belieben dauerhaft unterbinden.
Die konkrete rechtliche Situation ist komplex, weil nicht alle Staaten dieselben internationalen Seerechtsverträge ratifiziert haben. Die freie und sichere Durchfahrt gilt dennoch als zentrales Prinzip der internationalen Schifffahrt.
Wie gefährlich ist die Navigation in der Straße von Hormus?
Rein nautisch ist die Meerenge gut befahrbar. Sie ist breit und tief genug für große Handelsschiffe, und der Verkehr wird durch festgelegte Routen gelenkt.
Herausforderungen entstehen vor allem durch:
- dichten Tankerverkehr,
- kleinere regionale Schiffe,
- Fischerboote,
- eingeschränkten Manövrierraum großer Tanker,
- starke Hitze und gelegentlich eingeschränkte Sicht sowie
- politische und militärische Spannungen.
Sehr große Öltanker benötigen lange Strecken, um Kurs oder Geschwindigkeit deutlich zu verändern. Ein geordnetes Verkehrssystem ist deshalb besonders wichtig.
Gibt es Strömungen in der Straße von Hormus?
Ja. Durch die Meerenge findet ein permanenter Wasseraustausch zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman statt.
An der Oberfläche strömt vergleichsweise weniger salzhaltiges Wasser aus dem Golf von Oman in den Persischen Golf. Gleichzeitig fließt in größerer Tiefe sehr salzhaltiges Wasser aus dem Persischen Golf nach außen.
Dieses zweischichtige Strömungssystem entsteht vor allem durch die starke Verdunstung im Persischen Golf. Dort geht viel Wasser durch die hohe Temperatur verloren, während das darin enthaltene Salz zurückbleibt.
Warum ist der Persische Golf so salzhaltig?
Das Klima der Region ist heiß und trocken. Gleichzeitig gelangen vergleichsweise geringe Mengen Süßwasser in den Persischen Golf.
Durch die intensive Verdunstung steigt der Salzgehalt des verbleibenden Wassers. Dieses dichtere, stark salzhaltige Wasser sinkt ab und strömt schließlich durch die Straße von Hormus in Richtung Golf von Oman.
Oberhalb dieses Tiefenstroms fließt neues Wasser in den Persischen Golf hinein. Die Straße von Hormus funktioniert dadurch nicht nur als Schifffahrtsroute, sondern auch als entscheidende Verbindung für den Wasseraustausch des gesamten Persischen Golfs.
Was würde ohne die Straße von Hormus mit dem Persischen Golf passieren?
Der Persische Golf besitzt nur diese eine größere natürliche Verbindung zum offenen Ozean. Würde der Wasseraustausch dauerhaft vollständig unterbrochen, hätte dies erhebliche Auswirkungen auf Temperatur, Salzgehalt und Sauerstoffversorgung.
Die starke Verdunstung würde den Salzgehalt weiter erhöhen. Der permanente Austausch durch Hormus ist deshalb für das marine Ökosystem des Persischen Golfs von zentraler Bedeutung.
Welche Tiere leben in der Straße von Hormus?
Die Region gehört zum Übergangsraum zwischen dem Persischen Golf und dem Indischen Ozean. Entsprechend vielfältig ist ihre Meeresfauna.
Unter anderem kommen vor:
- Delfine,
- verschiedene Walarten,
- Meeresschildkröten,
- Rochen,
- Haie,
- Thunfische und andere große Fischarten,
- Korallen sowie
- zahlreiche kleinere Rifffische und Wirbellose.
Besonders rund um Inseln und felsige Küsten existieren vielfältige Unterwasserlebensräume.
Gibt es Korallen in der Straße von Hormus?
Ja. Korallenriffe und Korallengemeinschaften kommen in der Region trotz der extremen Umweltbedingungen vor.
Die Korallen müssen außergewöhnlich hohe Wassertemperaturen und teilweise starke Schwankungen von Temperatur und Salzgehalt aushalten. Dadurch unterscheiden sich ihre Lebensbedingungen deutlich von denen vieler tropischer Korallenriffe im offenen Ozean.
Gerade deshalb ist die Region auch für die Forschung interessant: Einige Korallenpopulationen besitzen eine bemerkenswerte Toleranz gegenüber großer Hitze.
Welche Bedeutung haben die Mangroven rund um die Meerenge?
Vor allem rund um die iranische Insel Qeschm und an geschützten Küsten wachsen Mangroven. Besonders bekannt sind die sogenannten Hara-Wälder.
Die Mangroven bieten Jungfischen, Krebsen und zahlreichen Vogelarten geschützte Lebensräume. Zugleich stabilisieren sie Küsten und speichern große Mengen Kohlenstoff in ihren Böden.
Damit stehen in unmittelbarer Nähe einer der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten ökologisch wertvolle Küstengebiete.
Kann man die Straße von Hormus als Tourist besuchen?
Grundsätzlich lassen sich verschiedene Regionen rund um die Meerenge bereisen. Auf omanischer Seite ist vor allem Musandam bekannt. Ausgangspunkt vieler Touren ist die Stadt Khasab.
Bootsfahrten führen durch die felsigen Buchten der Halbinsel, wobei häufig Delfine beobachtet werden können.
Auf iranischer Seite gehören Qeschm und Hormus zu den landschaftlich interessantesten Inseln. Ihre Zugänglichkeit hängt jedoch von Einreisebestimmungen und der jeweiligen Sicherheitslage ab.
Vor einer Reise in die Region sollten deshalb immer aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise geprüft werden.
Kann man von Musandam den Tankerverkehr beobachten?
Von verschiedenen erhöhten Küstenbereichen der Musandam-Halbinsel lässt sich der Schiffsverkehr in der Meerenge beobachten. Große Tanker und Frachter passieren die Region in regelmäßigen Abständen.
Die eigentlichen internationalen Fahrspuren liegen jedoch teilweise mehrere Kilometer von der Küste entfernt. Die Größenverhältnisse können daher täuschen: Ein riesiger Tanker wirkt vom Land aus vergleichsweise klein.
Wie unterscheidet sich die Straße von Hormus vom Suezkanal?
| Merkmal | Straße von Hormus | Suezkanal |
|---|---|---|
| Art | Natürliche Meerenge | Künstlicher Kanal |
| Lage | Zwischen Iran und Oman | Ägypten |
| Verbindet | Persischen Golf und Golf von Oman | Mittelmeer und Rotes Meer |
| Engste Breite | etwa 33 km | deutlich schmaler als künstliche Fahrrinne |
| Hauptbedeutung | Öl- und LNG-Exporte aus dem Persischen Golf | Welthandel zwischen Europa und Asien |
| Gebühren | Keine klassische Kanalgebühr | Passage ist gebührenpflichtig |
Warum ist die Straße von Hormus so außergewöhnlich?
Die Straße von Hormus ist weder besonders lang noch extrem schmal. Ihre herausragende Bedeutung entsteht durch das, was hinter ihr liegt: Einige der wichtigsten Erdöl- und Erdgasförderländer der Welt besitzen hier ihren wichtigsten Zugang zum offenen Meer.
Dadurch konzentrieren sich auf wenigen Kilometern Schifffahrt, Energiehandel, internationale Politik und empfindliche Meeresökosysteme.
Gleichzeitig ist die Meerenge für den Persischen Golf auch aus naturwissenschaftlicher Sicht unverzichtbar. Durch sie gelangt neues Meerwasser in das nahezu abgeschlossene Binnenmeer, während stark salzhaltiges Tiefenwasser nach außen strömt.
Die Straße von Hormus ist damit nicht nur ein strategischer Flaschenhals des Welthandels, sondern auch die natürliche Lebensader eines ganzen Meeresraums.


