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Suezkanal Steckbrief: Lage, Tiefe, Geschichte und Bedeutung

Der Suezkanal gehört zu den wichtigsten künstlichen Wasserstraßen der Erde. Auf einer Länge von knapp 200 Kilometern durchquert er Ägypten und verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer. Schiffe zwischen Europa und Asien können dadurch eine mehrere Tausend Kilometer lange Umfahrung Afrikas vermeiden.

Anders als etwa der Panamakanal benötigt der Suezkanal keine Schleusen. Mittelmeer und Rotes Meer liegen annähernd auf gleichem Niveau, sodass Schiffe den Kanal auf Meereshöhe durchfahren können.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 1869 hat der Kanal nicht nur Handel und Schifffahrt verändert. Er schuf auch eine neue Verbindung zwischen zwei zuvor voneinander getrennten Meeresökosystemen. Heute wandern zahlreiche Tier- und Pflanzenarten durch die Wasserstraße – mit teilweise erheblichen Folgen für das Mittelmeer.

Der Suezkanal im Steckbrief

Merkmal Angabe
Name Suezkanal
Englischer Name Suez Canal
Land Ägypten
Verbindet Mittelmeer und Rotes Meer
Nördlicher Ausgang Port Said am Mittelmeer
Südlicher Ausgang Suez am Golf von Suez
Länge 193,3 Kilometer
Maximale Wassertiefe etwa 24 Meter
Breite an der Wasseroberfläche bis etwa 313 Meter
Breite der Fahrrinne etwa 200 bis 210 Meter
Schleusen Keine
Übliche Durchfahrtszeit etwa 12 bis 16 Stunden
Baubeginn 1859
Eröffnung 17. November 1869
Eigentümer Ägyptischer Staat
Betreiber Suez Canal Authority

Wo liegt der Suezkanal?

Der Suezkanal verläuft durch den Nordosten Ägyptens und bildet eine direkte Wasserverbindung zwischen Port Said am Mittelmeer und der Stadt Suez am Roten Meer. Genauer gesagt endet er im Süden am Golf von Suez, einem nördlichen Ausläufer des Roten Meeres.

Damit führt der Kanal durch die Landenge von Suez, die Afrika mit der Sinai-Halbinsel und damit geografisch mit Asien verbindet.

Auf seinem Weg durchquert die Wasserstraße mehrere natürliche Seen. Dazu gehören der Manzala-See, der Timsahsee sowie der Große und der Kleine Bittersee. Diese Gewässer wurden beim Kanalbau in die Route einbezogen.

Warum ist der Suezkanal so wichtig?

Seine Bedeutung wird deutlich, wenn man sich eine Weltkarte ansieht. Ohne den Suezkanal müssen Schiffe auf dem Weg zwischen Europa und großen Teilen Asiens ganz Afrika umrunden. Die Route führt dann um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze des Kontinents.

Durch den Suezkanal verkürzt sich beispielsweise der Seeweg zwischen europäischen Häfen und dem Indischen Ozean erheblich. Je nach Ausgangs- und Zielhafen lassen sich dadurch mehrere Tausend Kilometer einsparen.

Der Kanal ist deshalb besonders wichtig für:

  • Containerschiffe zwischen Europa und Asien,
  • Öl- und Produkttanker,
  • Flüssiggastanker,
  • Massengutfrachter,
  • Autotransporter und
  • andere internationale Handelsschiffe.

Probleme oder Sperrungen des Kanals können sich dadurch innerhalb kurzer Zeit auf Lieferketten weit außerhalb Ägyptens auswirken.

Wie lang ist der Suezkanal?

Der heutige Suezkanal ist nach Angaben der zuständigen Kanalbehörde rund 193,3 Kilometer lang. Damit ist er erheblich länger als der Panamakanal, der Mittel- und Südamerika voneinander trennt.

Die Strecke verläuft nahezu vollständig in Nord-Süd-Richtung. Vom Mittelmeer führt sie zunächst durch flache Landschaften südlich von Port Said und anschließend an Ismailia vorbei zu den Bitterseen. Von dort geht es weiter nach Süden bis nach Suez.

Die heutige Wasserstraße entspricht allerdings nicht mehr dem Kanal von 1869. Seit seiner Eröffnung wurde sie immer wieder verbreitert, vertieft und teilweise um zusätzliche Fahrspuren ergänzt.

Wie breit ist der Suezkanal?

Der Suezkanal besitzt nicht über seine gesamte Länge dieselbe Breite. An heutigen Ausbauabschnitten erreicht die Wasseroberfläche ungefähr 313 Meter Breite. Die eigentliche Fahrrinne ist etwa 200 bis 210 Meter breit.

Diese Dimensionen sind das Ergebnis zahlreicher Ausbaustufen. Der ursprüngliche Kanal des 19. Jahrhunderts war deutlich schmaler und flacher als die heutige Wasserstraße.

Mit dem Wachstum der internationalen Handelsschiffe musste auch der Kanal immer wieder angepasst werden. Moderne Großcontainerschiffe besitzen heute Dimensionen, die sich die Erbauer des Suezkanals kaum hätten vorstellen können.

Wie tief ist der Suezkanal?

Die maximale Wassertiefe beträgt heute ungefähr 24 Meter. Entscheidend für die Schifffahrt ist allerdings nicht allein die Wassertiefe, sondern der zulässige Tiefgang eines Schiffes.

Große Frachter liegen teilweise mehr als 15 oder sogar 20 Meter tief im Wasser. Zwischen Schiffsrumpf und Kanalboden muss trotzdem ausreichend Abstand vorhanden bleiben.

Der Kanal wird deshalb regelmäßig ausgebaggert. Sedimente werden entfernt, Fahrwasser kontrolliert und einzelne Abschnitte bei Bedarf verbreitert oder vertieft.

Warum hat der Suezkanal keine Schleusen?

Eine Besonderheit des Suezkanals ist seine Konstruktion als Meeresspiegelkanal. Zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer besteht kein Höhenunterschied, der mit Schleusen überwunden werden müsste.

Ein Schiff fährt deshalb auf nahezu gleichbleibender Wasserhöhe von einem Meer in das andere.

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Das unterscheidet den Suezkanal grundlegend vom Panamakanal. Dort werden Schiffe mithilfe großer Schleusenanlagen angehoben und später wieder abgesenkt.

Gibt es trotzdem Gezeiten im Suezkanal?

Ja. Dass der Kanal keine Schleusen benötigt, bedeutet nicht, dass der Wasserstand überall völlig konstant ist.

Am nördlichen Ende bei Port Said sind die Gezeiten vergleichsweise schwach. Dort beträgt der maximale Tidenhub ungefähr 65 Zentimeter. Am südlichen Ende bei Suez können die Unterschiede dagegen bis ungefähr 1,9 Meter erreichen.

Strömungen im Kanal werden zusätzlich von Wind, Wasserdruck, Temperatur und Salzgehalt beeinflusst.

Wie lange dauert die Fahrt durch den Suezkanal?

Für die vollständige Passage benötigen Schiffe heute normalerweise ungefähr 12 bis 16 Stunden. Die tatsächliche Dauer hängt unter anderem von Verkehr, Schiffstyp und betrieblichen Bedingungen ab.

Schiffe dürfen nicht einfach nach Belieben durch die Wasserstraße fahren. Die Passage wird von der Suez Canal Authority organisiert und überwacht.

Für die meisten Schiffe ist außerdem ein Kanallotse vorgeschrieben, der während der Passage an Bord kommt und die Besatzung bei der Navigation unterstützt.

Wie entstand die Idee für einen Kanal durch Ägypten?

Die Vorstellung einer Wasserverbindung zwischen Mittelmeerraum und Rotem Meer ist wesentlich älter als der heutige Suezkanal. Bereits im Altertum wurden Kanäle in Ägypten angelegt, die den Nil beziehungsweise seine Seitenarme mit dem Roten Meer verbanden.

Diese historischen Wasserwege verliefen allerdings nicht auf der direkten Route des heutigen Suezkanals. Sie dienten außerdem nicht dauerhaft als Verbindung zweier offener Meere.

Mit dem Aufstieg des europäischen Seehandels gewann die Idee einer direkten Verbindung erneut an Bedeutung. Ein solcher Kanal versprach, den langen Weg um Afrika erheblich zu verkürzen.

Wer hat den Suezkanal gebaut?

Eng verbunden ist der Bau mit dem französischen Diplomaten und Unternehmer Ferdinand de Lesseps. Er erhielt vom ägyptischen Vizekönig Muhammad Said Pascha eine Konzession für das Projekt.

1858 wurde die Compagnie universelle du canal maritime de Suez gegründet. Ein Jahr später, 1859, begannen die eigentlichen Bauarbeiten.

Das Projekt war technisch und menschlich gewaltig. In den ersten Bauphasen wurde ein großer Teil der Erdarbeiten noch mit vergleichsweise einfachen Mitteln ausgeführt. Zehntausende ägyptische Arbeiter wurden zeitweise im Rahmen eines Systems verpflichtender Arbeit eingesetzt.

Später kamen zunehmend moderne Bagger- und Erdbaumaschinen zum Einsatz. Insgesamt dauerte der Bau rund zehn Jahre.

Wann wurde der Suezkanal eröffnet?

Am 17. November 1869 wurde der Suezkanal offiziell für die Schifffahrt eröffnet. Die Eröffnung wurde mit aufwendigen Feierlichkeiten begangen, zu denen internationale Gäste nach Ägypten kamen.

Die neue Wasserstraße veränderte die internationalen Handelsrouten grundlegend. Reisen zwischen Europa, Indien, Südostasien und Ostafrika ließen sich nun deutlich verkürzen.

Gleichzeitig gewann Ägypten durch seine Lage an einer der strategisch wichtigsten Verkehrsadern der Welt erheblich an geopolitischer Bedeutung.

Wie wurde der Suezkanal früher gebaut?

Beim Bau musste eine fast 200 Kilometer lange Schneise durch Sand, Sediment und teilweise härteren Untergrund geschaffen werden. Gleichzeitig wurden vorhandene Seen in den Verlauf integriert.

In der Anfangsphase spielten zahlreiche menschliche Arbeitskräfte eine zentrale Rolle. Später kamen eigens entwickelte Dampfbagger und mechanische Aushubgeräte zum Einsatz, mit denen wesentlich größere Erdmengen bewegt werden konnten.

Auch ein Süßwasserkanal wurde gebaut. Er versorgte die Baustellen und die neu entstehenden Siedlungen entlang der Strecke mit Wasser aus dem Nilgebiet.

Warum wurde der Suezkanal 1956 verstaatlicht?

Obwohl der Kanal durch Ägypten verlief, wurde die Betreibergesellschaft lange von europäischen Interessen dominiert. Großbritannien hatte zudem seit dem späten 19. Jahrhundert erheblichen Einfluss auf Ägypten und den Kanal.

Am 26. Juli 1956 verkündete der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser die Verstaatlichung der Suezkanal-Gesellschaft. Die Einnahmen des Kanals sollten unter anderem zur Finanzierung des Assuan-Hochdamms beitragen.

Die Entscheidung löste die Suezkrise aus. Großbritannien, Frankreich und Israel griffen Ägypten militärisch an. Unter starkem internationalem Druck wurde die Operation jedoch beendet.

Der Kanal blieb anschließend unter ägyptischer Kontrolle und befindet sich bis heute vollständig im Besitz des ägyptischen Staates.

War der Suezkanal schon einmal geschlossen?

Ja. In seiner Geschichte wurde der Kanal mehrfach vorübergehend geschlossen. Die mit Abstand längste Sperrung begann nach dem Sechstagekrieg im Juni 1967.

Der Kanal lag in einem militärischen Konfliktgebiet zwischen Ägypten und Israel und blieb etwa acht Jahre für die internationale Schifffahrt gesperrt.

Erst am 5. Juni 1975 wurde er wieder geöffnet. Vorher mussten Minen, Wracks und andere militärische Hinterlassenschaften aus der Wasserstraße entfernt werden.

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Was war die Gelbe Flotte?

Als der Suezkanal 1967 geschlossen wurde, befanden sich mehrere Handelsschiffe gerade im Kanal. Vierzehn Schiffe konnten den Bereich der Großen Bitterseen nicht mehr verlassen.

Sie lagen dort über Jahre fest. Der Wüstensand färbte ihre Decks und Aufbauten gelblich, weshalb die Gruppe später als Yellow Fleet oder Gelbe Flotte bekannt wurde.

Die Besatzungen verschiedener Nationen organisierten während der langen Liegezeit ein ungewöhnliches gemeinschaftliches Leben. Unter anderem wurden Sportveranstaltungen organisiert und eigene Briefmarkenähnliche Aufkleber gestaltet.

Was ist der Neue Suezkanal?

Der Begriff „Neuer Suezkanal“ bezeichnet keinen vollständig neuen Kanal zwischen Mittelmeer und Rotem Meer. Gemeint ist ein großes Ausbauprojekt, das 2014 begann und 2015 eröffnet wurde.

Auf rund 35 Kilometern wurde eine neue parallele Fahrrinne gebaut. Zusätzlich wurden bestehende Umgehungsstrecken auf insgesamt etwa 37 Kilometern verbreitert und vertieft.

Das gesamte Projekt umfasste damit rund 72 Kilometer. Ziel war vor allem, längere Abschnitte für Gegenverkehr nutzbar zu machen und Wartezeiten zu reduzieren.

Können Schiffe im Suezkanal in beide Richtungen fahren?

Heute ist auf langen Abschnitten Begegnungsverkehr möglich. Trotzdem besitzt der Suezkanal nicht auf seiner gesamten Länge zwei vollständig getrennte Fahrrinnen.

Der Ausbau von 2015 verlängerte die Abschnitte erheblich, in denen Schiffe gleichzeitig in entgegengesetzten Richtungen passieren können.

Andere Strecken werden weiterhin durch ein genau geregeltes Verkehrssystem koordiniert. Die Bitterseen bieten dabei zusätzlichen Raum für Begegnungen und Manöver.

Welche Seen liegen im Suezkanal?

Der Suezkanal ist nicht durchgehend eine schmale künstliche Rinne. Mehrere natürliche beziehungsweise veränderte Seen bilden breite Abschnitte der Wasserstraße.

Timsahsee

Der Timsahsee liegt ungefähr in der Mitte des Kanals bei Ismailia. Sein arabischer Name bedeutet übersetzt „Krokodilsee“.

Mit dem Bau des Kanals wurde der ursprünglich weitgehend vom Meer getrennte See Teil der durchgehenden Wasserstraße zwischen Mittelmeer und Rotem Meer.

Großer und Kleiner Bittersee

Südlich von Ismailia liegen der Große Bittersee und der Kleine Bittersee. Gemeinsam bilden sie einen deutlich breiteren Abschnitt des Suezkanals.

Vor dem Kanalbau waren diese Senken weitgehend trockene beziehungsweise stark salzhaltige Becken. Mit der Öffnung des Kanals füllten sie sich mit Meerwasser.

Ihre Größe macht die Bitterseen bis heute wichtig für den Schiffsverkehr.

Warum heißen die Bitterseen so?

Der Name hängt mit den starken Salzablagerungen in den ursprünglichen Senken zusammen. Nach der Flutung lösten sich große Mengen Salz im einströmenden Meerwasser.

Dadurch war der Salzgehalt in den Seen zunächst besonders hoch. Lange bildeten sie deshalb eine Art ökologische Barriere für viele Meeresorganismen, die sich durch den neuen Kanal ausbreiten wollten.

Im Laufe der Zeit verringerte sich dieser Effekt. Zusammen mit Vertiefungen und Erweiterungen des Kanals wurde die Wanderung von Arten zwischen Rotem Meer und Mittelmeer leichter.

Wie verändert der Suezkanal die Tierwelt des Mittelmeers?

Der Bau des Suezkanals schuf erstmals eine dauerhafte Meeresverbindung zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer. Damit entstand zugleich ein Wanderweg für Tiere und Pflanzen.

Besonders viele Arten breiteten sich vom Roten Meer durch den Kanal in das östliche Mittelmeer aus. Dieses Phänomen wird als Lessepssche Migration oder Lessepsian Migration bezeichnet – benannt nach Ferdinand de Lesseps.

Zu den eingewanderten Gruppen gehören unter anderem:

  • verschiedene Fischarten,
  • Krebse,
  • Muscheln und Schnecken,
  • Quallen,
  • Würmer und
  • Algen.

Einige dieser Arten sind inzwischen im östlichen Mittelmeer weit verbreitet.

Welche bekannten Arten kamen durch den Suezkanal ins Mittelmeer?

Zu den auffälligen Einwanderern gehört der Indische Rotfeuerfisch. Die Art stammt ursprünglich aus dem Indopazifik und Roten Meer und hat sich inzwischen in großen Teilen des östlichen Mittelmeers etabliert.

Auch Kaninchenfische der Gattung Siganus, verschiedene Kugelfische und zahlreiche wirbellose Tiere nutzten die Verbindung.

Nicht jede eingewanderte Art wird automatisch zum Problem. Einige können jedoch heimische Arten verdrängen, Nahrungsketten verändern oder neue Risiken für Fischerei und Badetourismus verursachen.

Warum wandern mehr Arten vom Roten Meer ins Mittelmeer als umgekehrt?

Die Wanderung funktioniert grundsätzlich in beide Richtungen, ist aber deutlich asymmetrisch. Sehr viele erfolgreiche Neuankömmlinge im Mittelmeer stammen aus dem Roten Meer beziehungsweise dem Indopazifik.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Das östliche Mittelmeer ist relativ warm und wird durch den Klimawandel noch wärmer. Dadurch finden tropische und subtropische Arten zunehmend geeignete Bedingungen.

Auch Strömungen, Salzgehalt und ökologische Eigenschaften der beiden Meeresräume spielen eine Rolle. Vertiefungen und Erweiterungen des Kanals erleichtern zusätzlich den Austausch zwischen den Meeren.

Gibt es im Suezkanal Süßwasser?

Der eigentliche Suezkanal ist eine Salzwasserstraße. Parallel zum Kanal verläuft jedoch ein anderer Wasserweg, der historisch von großer Bedeutung war: der Ismailia-Kanal beziehungsweise Süßwasserkanal.

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Er bringt Nilwasser in die Kanalregion. Während des Baus des Suezkanals war die Versorgung mit Trinkwasser eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Arbeiter und neu gegründete Städte in der trockenen Landschaft versorgt werden konnten.

Der Süßwasserkanal darf deshalb nicht mit dem eigentlichen Suezkanal verwechselt werden.

Wie überquert man den Suezkanal an Land?

Obwohl der Kanal eine mächtige künstliche Barriere zwischen dem ägyptischen Kernland und der Sinai-Halbinsel bildet, existieren mehrere Querungsmöglichkeiten.

Dazu gehören Straßen- und Eisenbahntunnel, Brücken und Fähren. Besonders bekannt ist die Suezkanal-Brücke nördlich von Ismailia, die auch als Al-Salam-Brücke beziehungsweise Friedensbrücke bezeichnet wird.

Zusätzlich wurden mehrere Tunnel unter dem Kanal errichtet, um die Verkehrsverbindungen mit dem Sinai zu verbessern.

Kann ein Schiff den Suezkanal blockieren?

Dass dies möglich ist, zeigte sich besonders deutlich im März 2021. Das rund 400 Meter lange Containerschiff Ever Given geriet während seiner Fahrt durch den Kanal quer zur Fahrrinne und lief auf Grund.

Das Schiff blockierte die Wasserstraße für sechs Tage. Hunderte Schiffe mussten warten, während Bagger, Schlepper und andere Spezialfahrzeuge versuchten, den Frachter freizubekommen.

Am 29. März 2021 gelang die Bergung. Der Zwischenfall machte weltweit sichtbar, wie stark der internationale Handel von wenigen strategischen Wasserstraßen abhängt.

Wie unterscheidet sich der Suezkanal vom Panamakanal?

Merkmal Suezkanal Panamakanal
Lage Ägypten Panama
Verbindet Mittelmeer und Rotes Meer Atlantik und Pazifik
Länge etwa 193 km etwa 82 km
Schleusen Nein Ja
Fahrweise Auf Meereshöhe Schiffe werden angehoben und abgesenkt
Eröffnung 1869 1914

Der entscheidende Unterschied liegt in der Topografie. Der Suezkanal verläuft durch relativ flaches Gelände und verbindet zwei Meere mit nahezu gleichem Wasserniveau. Beim Panamakanal müssen Schiffe dagegen das höher gelegene Landesinnere überwinden.

Kann man den Suezkanal als Tourist besuchen?

Der Suezkanal ist keine klassische Sehenswürdigkeit, die sich wie ein Hafen frei besichtigen lässt. Große Teile gehören zu einer strategisch wichtigen Verkehrs- und Infrastrukturzone.

Trotzdem lässt sich der Kanal in Städten wie Port Said, Ismailia und Suez erleben. Von geeigneten öffentlichen Bereichen aus sind teilweise große Frachtschiffe zu sehen, die scheinbar mitten durch die Wüstenlandschaft fahren.

Gerade bei Ismailia wird deutlich, dass der Suezkanal weit mehr als eine schmale künstliche Rinne ist. Seen, Nebenarme, Verkehrswege und die Städte entlang der Route bilden eine eigene Kanalregion.

Wem gehört der Suezkanal heute?

Der Suezkanal gehört vollständig dem ägyptischen Staat. Zuständig für Betrieb, Navigation, Gebühren, Instandhaltung und Ausbau ist die Suez Canal Authority.

Schiffe zahlen für die Passage Gebühren, deren Höhe unter anderem von Größe, Typ und Ladung abhängt. Die Kanaleinnahmen sind eine wichtige Quelle von Devisen für Ägypten.

Damit ist der Suezkanal zugleich internationale Handelsroute und eine der wichtigsten Infrastrukturen des Landes.

Was macht den Suezkanal so außergewöhnlich?

Nur wenige Bauwerke haben die Geografie des Welthandels so stark verändert. Der Suezkanal schafft auf weniger als 200 Kilometern eine Abkürzung zwischen zwei Meeren und erspart vielen Schiffen die Umrundung eines gesamten Kontinents.

Gleichzeitig ist seine Wirkung nicht auf die Schifffahrt beschränkt. Der Kanal hat zwei zuvor getrennte Meeresökosysteme verbunden und damit die Artenzusammensetzung insbesondere im östlichen Mittelmeer verändert.

Von der Eröffnung im Jahr 1869 über die Suezkrise und die achtjährige Sperrung bis zur Erweiterung im 21. Jahrhundert wurde die Wasserstraße immer wieder zum Schauplatz globaler Entwicklungen. Der Suezkanal ist deshalb Verkehrsweg, technisches Großprojekt und außergewöhnlicher künstlicher Lebensraum zugleich.

FAQ zum Suezkanal

Wie lang ist der Suezkanal?
Der heutige Suezkanal ist rund 193,3 Kilometer lang und führt von Port Said am Mittelmeer bis nach Suez am Roten Meer.
Wie tief ist der Suezkanal?
Die maximale Wassertiefe liegt bei ungefähr 24 Metern. Der Kanal wurde seit seiner Eröffnung mehrfach vertieft und verbreitert.
Hat der Suezkanal Schleusen?
Nein. Der Suezkanal ist ein Meeresspiegelkanal ohne Schleusen, da zwischen Mittelmeer und Rotem Meer kein großer Höhenunterschied überwunden werden muss.
Wie lange braucht ein Schiff durch den Suezkanal?
Eine Passage dauert normalerweise ungefähr 12 bis 16 Stunden. Die tatsächliche Zeit hängt unter anderem vom Schiffsverkehr und den Bedingungen im Kanal ab.
Welche Meere verbindet der Suezkanal?
Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer. Dadurch schafft er eine direkte Schiffsroute zwischen Europa und dem Indischen Ozean, ohne Afrika umrunden zu müssen.