Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 23.08.2010 ---

„Digitale Revolution“

Titelseite der Zeitung „Eine-Welt-Presse“

„Die Verfügbarkeit von Informationstechnologie wie PCs und vor allem Handys verändert den Alltag von Milliarden Menschen in aller Welt. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat inzwischen Zugang zu diesen Möglichkeiten der Kommunikation.“ Dies schreibt Frank Kürschner-Pelkmann im einleitenden Beitrag der Zeitung „Eine-Welt-Presse“ mit dem Themenschwerpunkt „Digitale Revolution“. Nach wir vor besteht aber eine „digitale Kluft“ zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, insbesondere beim Zugang zu Breitband-Internetanschlüssen. Hinzu kommt, dass moderne Technologien in ärmeren Ländern längst nicht alle Bevölkerungsschichten und Landesteile erreichen. Dadurch verlagert sich die „digitale Kluft“ immer mehr zwischen Länder innerhalb des globalen Südens.

Im Zentrum der neuen „Eine-Welt-Presse“ der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen steht die Frage, was die „digitale Revolution“ für Entwicklungsländer bedeutet, wie sie wirtschaftliche und soziale Entwicklung fördern kann, zugleich aber neue Probleme schafft. Die Medienwissenschaftlerin Bärbel Röben kommt in ihrem Beitrag zum Ergebnis:

Die Überwindung der digitalen Kluft scheint technisch möglich zu sein, wie die „mobile Revolution“ zeigt. Doch das politisch-ökonomische Machtgefälle zwischen Nord und Süd, Reich und Arm, das sich in der digitalen Kluft widerspiegelt, wird wohl noch lange eine „Informationsgesellschaft für alle“ verhindern.

Menschliches Engagement bleibt unersetzlich

Zu den Chancen der neuen Technologien gehört es, sozialen Bewegungen mehr Möglichkeiten zur Vernetzung zu schaffen. Aber Christoph Dietz vom Catholic Media Council hat aus der Zusammenarbeit mit zahlreichen Medieninitiativen im Süden der Welt die Erkenntnis gewonnen: „Entscheidend für den Erfolg ist jedoch nicht nur die Technologie. Vernetzung lebt vom persönlichen Engagement aller Beteiligten.“ Dietz zitiert in seinem Beitrag Jesse Barbosa, der in Brasilien entscheidend am Aufbau eines Radio-Netzwerkes mitgewirkt hat, das das Internet nutzt: „Es gibt auch viele Internet-Plattformen, die wenig genutzt werden. Unsere funktioniert, weil sich verschiedene Menschen aus Fleisch und Blut für gemeinsame Ziele engagieren.“

Die Verfügbarkeit digitaler Technologien setzt entwicklungspolitische Impulse, indem sie beispielsweise die Gesundheitsaufklärung und Landwirtschaftsberatung vereinfacht, sie kurbelt das Wirtschaftswachstum an, schafft Arbeitsplätze zum Beispiel in Call-Centern und kann zur Bekämpfung von Armut beitragen. Auf der anderen Seite sind die Arbeitsbedingungen oftmals schlecht. Außerdem wachsen die Unterschiede innerhalb von Entwicklungsländern, denn nur einem Teil der Bevölkerung kommt die „digitale Revolution“ zugute - was nutzen Computer und Internet, wenn man nicht lesen und schreiben kann?

Kommunikationstechnik kann Entwicklung ermöglichen

Ziel der Vereinten Nationen ist es, Informations- und Kommunikationstechnologien allen Menschen zugänglich zu machen. UN-Organisationen wie die Handels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) engagieren sich für dieses Ziel. Wirtschaftliche Entwicklung und der Zugang zu Kommunikationstechnologien gehören heute eng zusammen. Frank Kürschner-Pelkmann schreibt in seinem Beitrag:

Ohne moderne Technik verlieren ganze Länder die Chance, aktiv in die Weltwirtschaft einbezogen zu werden. Dass überall an den afrikanischen Küsten Glasfaserkabel verlegt werden, ist deshalb kein Luxus, sondern die Voraussetzung dafür, dass die schnelle Breitband-Kommunikation auch in Afrika zur Selbstverständlichkeit wird. Afrika kann so wirtschaftlich endlich zu einem „global player“ werden. In diesem Prozess wird es darauf ankommen, dass die ökonomische und soziale Kluft zwischen Arm und Reich nicht weiter wächst, sondern alle profitieren - und das ist eine sehr viel schwierigere Aufgabe als die Verlegung von Kabeln in Ozeanen."

Hier einige weitere Themen der Zeitung: „Ugandas Griff zum Telefon“, „Die indische IT-Welt“, „Freie-Software-Republik Brasilien“ und „Vereinte Nationen und Informationsgesellschaft“. Die Zeitung wurde redaktionell von Ulrich Keller und Frank Kürschner-Pelkmann betreut. Sie kann bei der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen kostenlos bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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