Wasserkrise in der Himalaja-Region
Die Folgen des Klimawandels sind in der Himalaja-Region und an den Flüssen zu spüren, die in diesem Gebirge entspringen. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus China, Indien, Pakistan und Nepal in einer gemeinsamen Studie gekommen, die auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen vorgestellt wurde. In den Bergen und im Einzugsgebiet der Flüsse leben 1,3 Milliarden Menschen. Die Studie wurde gemeinsam herausgegeben von: International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD), United Nations Environment Programme (UNEP) und Center for International Climate and Environmental Research (CICERO).
In Nepal, einem Land, das für seinen Wasserreichtum bekannt ist, wurden inzwischen als Folge des Klimawandels manche Landesteile von jahrelange Dürreperioden heimgesucht. Die Wasserknappheit vergrößert die Ungleichheit im Lande und verschärft bestehende Konflikte. Ähnliches lässt sich auch in anderen Ländern der Region wie Indien beobachten. Auch Flutkatastrophen haben verheerende soziale und ökonomische Auswirkungen.
In der gesamten Region werden die Folgen der insgesamt zurückgehenden Wassermenge verschärft durch eine rasch wachsende Bevölkerung (in Pakistan hat sie sich binnen 40 Jahren verdoppelt) und eine große Abhängigkeit von der Bewässerungslandwirtschaft, die mit Flusswasser gespeist wird.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Regierungen der lokalen Anpassung an die Folgen des Klimawandels, des Abschmelzens der Gletscher und der Verknappung des Wassers in ihren Entwicklungsplanungen eine höhere Priorität einräumen müssen. Die Regierungen müssen es erreichen, von kurzfristigen Katastrophenhilfsprogrammen zu längerfristigen Programmen der Anpassung überzugehen.
In der Studie werden gelungene Beispiele solcher Anpassung aus den Ländern der Region vorgestellt. Dazu gehören z.B. Projekte zum "Rainwater harvesting" sowie traditionelle und neue Wasserspeicherungssysteme. Als besonders wichtig werden auch effizientere Bewässerungssysteme angesehen.
Weitere Informationen zur Studie und die Möglichkeit zum Herunterladen der Studie finden Sie auf der Website www.unep.org.
Foto-Copyright: UN-Entwicklungsprogramm UNEP, Nairobi
(Frank Kürschner-Pelkmann)