Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 21.11.2009 ---

Afrika: Aufruf zum Engagement gegen die Wasserkrise

Eröffnung des Zweiten Gipfels der Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika

Die sich verschärfende Wasserkrise in Afrika erfordere Führungskompetenz und gemeinsames interreligiöses Engagement, betonte der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, auf dem Dritten Gipfel der Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika (IFAPA). In seinem Grundsatzreferat erklärte Noko vor leitenden Religionsvertreterinnen und -vertreter und anderen Teilnehmenden des IFAPA-Gipfels, der vom 17. bis 21. November in Botswanas Hauptstadt Gaborone stattfindet, dass nur wenige Afrikanerinnen und Afrikaner Zugang zu sauberem Wasser hätten.

Die Tagung steht unter dem Thema "Vision von einem friedlichen Afrika: Wasser für alle" und verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteure, die sich für Frieden und Entwicklung in Afrika einsetzen, zu stärken und das Problem des Klimawandels aufzugreifen. Erstmals nehmen auch leitende Regierungs- und Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter an einem IFAPA-Gipfel teil.

„Der öffentliche Sektor muss dringend eine aktive Rolle bei der Aufklärung der Bevölkerung über den richtigen Umgang mit Wasser spielen. Wasser ist ein absolut vorrangiges Thema. Krieg und Frieden hängen davon ab. Alle drei Kategorien von Akteuren und Akteurinnen, die zu diesem Gipfel eingeladen worden sind - Religionsgemeinschaften, Regierungen und der private Sektor -, sind auf den Basisrohstoff Wasser angewiesen, um ihre Verantwortung wahrnehmen zu können“, so Noko, der auch IFAPA-Präsident ist.

Die im Oktober 2002 gegründete gesamtafrikanische Initiative legt den Schwerpunkt auf das aktive Engagement von leitenden Religionsvertreterinnen und -vertreter für die Beilegung von Konflikten und die Schaffung von Frieden auf dem Kontinent.

Elementarer Baustein des Lebens

Noko erinnerte die rund 70 Delegierten aus verschiedenen Glaubenstraditionen und Bereichen der Gesellschaft an die zentrale Bedeutung, die Wasser in Praxis und Glauben der verschiedenen Religionen habe. „Wasser ist an allererster Stelle ein elementarer Baustein des Lebens, der für alle religiösen Traditionen heilig ist.“

Der LWB-Generalsekretär wies darauf hin, dass leitende Religionsvertreterinnen, -vertreter und Glaubensgemeinschaften „trotz der sich verschärfenden Wasserkrise in vielen Teilen Afrikas […] nicht zu verstehen scheinen, welche Herausforderungen der verantwortliche Umgang mit den vorhandenen Wasservorräten und das Eigentum an Wasser mit sich bringen“.

„Angesichts der fortschreitenden Wüstenbildung in vielen Regionen und der mangelhaften Infrastruktur in den Bereichen Wasserversorgung und Wassermanagement auf dem ganzen Kontinent stellt Wasser ein gesamtafrikanisches Problem dar“, so Noko.

Er mahnte, die Wasserkrise in Afrika verschärfe sich infolge des Bevölkerungswachstums, der zunehmenden Industrialisierung und insbesondere des Klimawandels, der Afrika nach Meinung von Expertinnen und -experten am stärksten treffen werde. Prognosen zufolge werden im kommenden Jahrzehnt bis zu 250 Millionen Menschen in wachsendem Masse Trockenstressbedingungen ausgesetzt sein und die im Regenfeldbau erwirtschafteten Ernten könnten bis zum Jahr 2020 um bis zu 50 Prozess sinken.

„Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich heute bereits in vielen Teilen Afrikas darin, dass Flüsse sterben und eine wichtige Quelle der Wasserversorgung von Gemeinschaften und Staaten damit verloren geht“, betonte Noko.

Im Rahmen des IFAPA-Gipfels soll auch die Kampagne der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft „Schrei der Mütter für ein gesundes Afrika“ gestartet werden. Sie folgt dem Beispiel einer ähnlichen Initiative in Ostafrika und dient dem Ziel, die entscheidende Rolle von Frauen in den Bereichen Sicherheit und Frieden hervorzuheben. „Mit der Durchführung dieser Kampagne in dieser Region wollen wir nicht nur erneut die Probleme Afrikas in den Vordergrund stellen, sondern wir wollen tatsächlich etwas verändern. Und diese Kampagne ist nicht nur von und für Frauen, sondern von und für alle Töchter und Söhne Afrikas“, stellte Noko fest. (Quelle: Lutherische Welt-Information)

Weitere Informationen zum Zweiten IFAPA-Gipfel im April 2005 in Johannesburg (Südafrika) finden Sie hier.

Foto: © LWB/A. Vlachakis

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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