Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 11.11.2009 ---

Das Eis des Mount Kenya schmilzt

Mount Kenya

Der Mount Kenya, der höchste Berg Kenias, verliert seine weiße Spitze. Ähnlich wie auf dem Kilimandscharo in Tansania schmelzen auch auf Kenias nationalem Berg die Eisflächen. Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den globalen Klimawandel ausgelöst. Die „Los Angeles Times“ veröffentlichte am 10. November 2009 einen ausführlichen Bericht über die Folgen dieser Krise am Mount Kenya. Bereits 92% der Gletscherfläche sind in den letzten 100 Jahren verloren gegangen, und es wird befürchtet, dass der Gletscher 2050 ganz verschwunden sein wird.

Aus dem Artikel geht hervor, dass sieben Millionen Menschen davon betroffen sind, dass Quellen versiegen und Flüsse austrocknen, weil die stetige Wasserzufuhr durch den Gletscher des Mount Kenya verloren geht. Selbst in der Hauptstadt Nairobi spürt man die Folgen - denn wegen der niedrigen Wasserstände der Flüsse erzeugen die Turbinen der Staudämme weniger Elektrizität und es kommt häufiger zu Blackouts.

Das Schmelzen des Eises hat aber auch Auswirkungen auf das religiöse Leben der Menschen. In den traditionellen religiösen Vorstellungen kommt dem Mount Kenya und seiner weißen Spitze eine hohe Bedeutung zu. Mwangi Njorge, 95, wird in der „Los Angeles Times“ so zitiert: „Dort lebt unser Gott, und dieser Ort wird zerstört.“ Für Njorge ist das schwindende Eis ein Zeichen für den Zorn Gottes: „Gott ist sehr verärgert, und wenn sich die Dinge nicht ändern, fürchte ich, dass er uns für immer fallenlassen könnte.“ Die Ältesten sagen, dass das Schmelzen des Gletschers eine Konsequenz davon ist, dass die jungen Leute ihre Traditionen aufgegeben haben und verletzen.

Njorge erinnert sich so an das Eis des heiligen Berges: „Es war so weiß, so schön, man konnte ihn von überall sehen.“ Während er auf den Berg blickt, fügt er hinzu: „Sieh ihn an. So braun und öde. Es ist ein hässlicher Anblick.“

Foto: Claus Bünnagel/pixelio

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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