Frank Kürschner-Pelkmann

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aktuelles --- 13.10.2009 ---

Eine-Welt-Presse zum Thema Landwirtschaft

Titelseite der Eine-Welt-Presse

„Landwirtschaft am Scheideweg - Nahrungsmittelkrise zwingt zum Umdenken“ lautet das Thema der „Eine-Welt-Presse“ 1/2009, einer Zeitung, die von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen herausgegeben wird. In der 8-seitigen farbigen Zeitung geht es um die Krise der herkömmlichen Landwirtschaft und Konzepte für eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion.

Die bisherigen Versuche, die weltweite Landwirtschaft so zu entwickeln, dass alle Menschen ausreichend zu essen haben, sind gescheitert. Gegenwärtig hungern nach Berechnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) etwa 1,02 Milliarden Menschen auf der Welt, etwa 160 Millionen mehr als Anfang der 1990er Jahre. Damit ist die Menschheit weit von der Verwirklichung des UN-Millenniums-Entwicklungsziels entfernt, die Zahl der hungernden Menschen bis 2015 im Vergleich zu 1990 zu halbieren.

In der Zeitung wird deutlich, dass es nicht nur darauf ankommt, die globale landwirtschaftliche Produktion zu steigern, sondern dass es anzustreben ist, dass die Armen und Hungernden dann auch Zugang zu Nahrungsmitteln erhalten und dass all dies ohne einen Raubbau an der Natur geschieht. Überall auf der Welt zeigen sich Erfolge einer nachhaltigen, ökologisch ausgerichteten Landwirtschaft. Hans Rudolf Herren, ein international hoch angesehener Schweizer Landwirtschaftsexperte, betont in einem Interview in der „Eine-Welt-Presse“, es komme darauf an, „so schnell wie möglich total und global auf nachhaltige Landwirtschaft umzustellen. Die Folgen einer Verzögerung würden die Nahrungsmittelsicherheit sehr stark gefährden und in vielen Gebieten die nötige Produktionssteigerung stark behindern.“

Verknüpft damit müssen Schritte zu sozialer Gerechtigkeit und Gendergerechtigkeit sein. Frank Kürschner-Pelkmann schreibt im einleitenden Beitrag der Zeitung:

Mit der Umstellung auf eine nachhaltige Landwirtschaft muss eine Landreform zugunsten der Landarbeiter- und Kleinbauernfamilien einhergehen. Ohne ausreichend Land muss jeder Betrieb scheitern. Bisher sind vor allem Frauen stark benachteiligt. Im südlichen Afrika besitzen sie nur 1 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen. Das Recht auf Nahrung und das Recht auf Land gehören untrennbar zusammen.

In weiteren Beiträgen der Zeitung wird deutlich, wie die Umstellung der Landwirtschaft im Interesse der armen Bevölkerung behindert wird durch Patente auf Pflanzen und Tiere sowie die gentechnische Veränderung von Pflanzen. Umstritten ist international, wie die Erzeugung von Bioenergie aus landwirtschaftlichen Produkten zu beurteilen ist. Dazu schreiben Dr. Karin Boschert und Dr. Benno Pilardeaux in einem ausführlichen Beitrag:

Ein kontrollierter Ausbau der Bioenergie kann also nur mit weltweiten Anstrengungen zur Stärkung einer nachhaltigen Landwirtschaft einhergehen. Dafür braucht es verstärkte Investitionen in ländliche Entwicklung, insbesondere die nachhaltige kleinbäuerliche Agrarwirtschaft und Pflanzenzüchtung, um die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern. Die internationale Gemeinschaft sollte die Länder bei der Entwicklung integrierter Strategien unterstützen und darauf hinwirken, dass Mindeststandards für die Förderung eingehalten und Kapazitäten zur Regulierung der Planung der Landnutzung, Zertifizierung und Ernährungssicherung gestärkt werden.

Eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion muss verknüpft werden mit einem nachhaltigen internationalen Agrarhandel und insbesondere einem fairen Handel mit Produkten aus dem Süden der Welt. Beiträge zu dieser Thematik runden die Zeitung ab. Die „Eine-Welt-Presse“, die redaktionell von Ulrich Keller und Frank Kürschner-Pelkmann betreut wurde, kann kostenlos bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.

(Frank Kürschner-Pelkmann)

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