Auswirkungen des Klimawandels auf die Alpen
Mehr als 550 Wasserkraftwerke plus mehrere Tausend kleine Anlagen im Alpenraum tragen wesentlich zur Energieerzeugung in Mitteleuropa bei. Diese Elektrizität wird häufig als "Ökostrom" vermarktet, aber der 2. Alpenzustandsbericht verweist auf den Druck auf den ökologischen Zustand von Flusssystemen und natürlichen Tallandschaften durch solche Anlagen. Deshalb werden Pläne für neue Wasserkraftwerke kontrovers debattiert. Es muss um nachhaltige Lösungsansätze gehen, wird in dem Bericht betont.
Der 200-seitige 2. Alpenzustandsbericht wurde von einer international besetzten Expertengruppe unter dem gemeinsamen Vorsitz von Österreich und Deutschland sowie dem Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention erarbeitet. Insgesamt wirkten mehr als 60 Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen an dem Bericht mit.
Thematischer Schwerpunkt des Berichts ist „Wasser in den Alpen“. Im Bericht wird u.a. darauf hingewiesen, dass die Erwärmung in den Alpen im letzten Jahrhundert mehr als 1,5 Grad Celsius erreichte, ein doppelt so hoher Wert wie der globale Durchschnittswert. Die Niederschläge veränderten sich im Alpenraum regional sehr unterschiedlich, aber der Sommer 2003 war vermutlich der trockenste für die gesamte Region.
Zu den Beobachtungen, die im Alpenzustandsbericht wiedergegeben werden, gehören auch ein geringerer Schneefall und ein Rückzug der Gletscher. Es wird befürchtet, dass sich diese Prozesse durch den weiteren Klimawandel noch verstärken werden. Auch werden vermehrt Hochwasser und Felsstürze erwartet. Es heißt in dem Bericht außerdem: „Durch die Veränderung des Alpenklimas kommt es wahrscheinlich zu zeitlichen und größenmäßigen Änderungen des Abflusses in den europäischen Flusseinzugsgebieten und dazu, dass Überschwemmungen und Dürren häufiger auftreten.“
Weitere Informationen zum 2. Alpenzustandsbericht finden Sie auf der Website www.alpconv.org.
Dieser Bericht von Frank Kürschner-Pelkmann ist auf der Website www.klimawandel-bekaempfen.de veröffentlicht worden.
(Frank Kürschner-Pelkmann)