Indischer Sanitär-Pionier erhält den "Stockholm Water Prize" 2009
Dr. Bindeshwar Pathak, der Gründer der „Sulabh Sanitation Movement“ in Indien, ist international bekannt geworden für sein Engagement für eine Verbesserung der sanitären Situation in Indien und anderen Teilen der Welt. Er wird in diesem Jahr mit dem hoch angesehenen "Stockholm Water Prize" ausgezeichnet. Dr. Pathak hat wesentlich dazu beigetragen, dass in vielen Teilen der indischen Gesellschaft die Toiletten und die sanitäre Situation nicht länger Themen sind, über die man nicht spricht. Seit Anfang der 1970er Jahre kämpft Dr. Pathak dagegen, dass Dalits (so genannte „Unberührbare“) mit der Hand Latrinen reinigen müssen, dass besonders in Dörfern und Slumgebieten gesundheitlich unbedenkliche Toiletten fehlen und dass der Zusammenhang zwischen sanitärer Situation und dem Ausbruch von Krankheiten ignoriert wird.
Er hat kostengünstige Toilettensysteme entwickelt, die inzwischen die sanitäre Versorgung von Millionen Menschen in Indien verbessert haben. Dadurch sind nicht nur die Gesundheitsrisiken dieser Menschen stark gesunken, sondern auch die Würde besonders der Frauen wird gewahrt, die bisher unter dem Fehlen von Toiletten besonders leiden mussten. Auch die Situation zahlreicher Dalits wurde so deutlich verbessert.
„Die Ergebnisse von Dr. Pathaks Bemühungen stellen eines der erstaunlichsten Beispiele dafür dar, welche Wirkungen die Arbeit eines Menschen auf das Wohlergehen von Millionen haben kann“, stellte das Nominierungskomitee des "Stockholm Water Prize" in seiner Würdigung fest: „Die Leitung von Dr. Pathak hat diese bemerkenswerten Ergebnisse ermöglicht, die weltweit anerkannt worden sind, nicht zuletzt von denen, die als Konsequenz seiner Bemühungen die Freiheit der menschlichen Würde erlangt haben.“
Der Preis wird Dr. Pathak während der „World Water Week“ im Stockholm im kommenden August überreicht werden. Über die vielfältige Arbeit von Dr. Pathak erfahren Sie mehr auf der Website des Stockholm International Water Institute.
Foto: Sulabh International Social Service Organisation
(Frank Kürschner-Pelkmann)